Jakobus 3

24

Die Zähmung der Zunge

1Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir (Lehrer) ein strengeres Gericht empfangen werden. 2Denn wir alle machen viele Fehler; wenn jemand im Reden keinen Fehler macht, der ist ein reifer Mann und fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten. 3Wenn wir nun den Pferden die Zäume in die Mäuler legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir auch ihren ganzen Leib. 4Siehe, auch die Schiffe, die so groß sind und von rauen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin der Antrieb des Steuermanns will. 5So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, welch einen großen Wald zündet ein kleines Feuer an! 6Und die Zunge ist ein Feuer; als die Welt der Ungerechtigkeit erweist sich die Zunge unter unseren Gliedern, sie befleckt den ganzen Leib; sie setzt die Lebensbahn in Flammen und wird (selbst) von der Gehennaa entflammt. 7Denn jede Art, sowohl der wilden Tiere als auch der Vögel, sowohl der Kriechtiere als auch der Meerestiere, wird gezähmt und ist gezähmt durch die menschliche Natur, 8aber die Zunge kann keiner der Menschen zähmen; sie ist ein unruhiges Übel, voll tödlichen Giftes. 9Mit ihr loben wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach der Gleichheit Gottes gemacht sind. 10Aus demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. Dies, meine Brüder, soll nicht so sein. 11Lässt denn die Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres fließen? 12Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine salzige (Quelle) nicht süßes Wasser hervorbringen.

Zwei Quellen der Weisheit, welche die Zunge und den Wandel kontrollieren

13Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige aus dem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut der Weisheit. 14Habt ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. 15Diese Weisheit kommt nicht von oben herab, sondern ist irdisch, seelisch und dämonisch. 16Denn wo Neid und Selbstsucht sind, da ist Unordnung und jede wertlose Tat. 17Aber die Weisheit von oben ist erstens rein, dann friedsam, duldsamb, fügsam, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt. 18Und die Frucht der Gerechtigkeit wird im Frieden gesät von denen, die Frieden stiften.

Footnotes

  • a3,6vgl. Mt. 5:22
  • b3,17in vernünftigem Umgang mit anderen