Johannes 8

79

Jesus und die Ehebrecherin

1Jesus aber ging zum Ölberg. 2Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer bringen eine Frau, die man beim Ehebruch ertappt hatte, stellen sie in die Mitte 4und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt worden. 5Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Was sagst nun du? 6Das sagten sie jedoch, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7Als sie aber anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. 8Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. 9Als sie das aber hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem anderen, die Ältesten voran; und er blieb allein zurück und die Frau, die in der Mitte stand. 10Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat dich niemand verurteilt? 11Und sie sagte: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: Ich verurteile dich auch nicht; geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.

Jesus tut immer, was dem Vater gefällt

12Da redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird gewiss nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. 13Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. 14Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. 15Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand. 16Doch selbst wenn ich richte, ist mein Gericht wahrhaftig, denn ich bin nicht allein, sondern ich (bin) mit dem Vater, der mich gesandt hat. 17Auch in eurem Gesetz steht doch geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. 18Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir. 19Da sagten sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. 20Diese Worte redete er in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte; und niemand nahm ihn fest, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 21Da sprach er wieder zu ihnen: Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen. 22Da sagten die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er spricht, wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen? 23Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich (es) bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. 25Da sagten sie zu ihm: Wer bist du denn? Jesus sprach zu ihnen: Was ich euch von Anfang an sage. 26Ich habe viel über euch zu sagen und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27Sie verstanden (aber) nicht, dass er zu ihnen vom Vater redete. 28Da sprach Jesus: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich (es) bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, das rede ich. 29Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, denn ich tue immer, was ihm gefällt.

Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei

30Als er diese Dinge redete, glaubten viele an ihn. 31Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. 33Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Samen und sind noch nie jemandes Sklaven gewesen. Wie sagst du denn: Ihr sollt frei werden? 34Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde. 35Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. 36Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.

Die wahren Nachkommen Abrahams

37Ich weiß, dass ihr Abrahams Samen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort keinen Raum in euch findet. 38Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; ihr nun tut auch, was ihr von eurem Vater gehört habt. 39Sie antworteten und sagten zu ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus spricht zu ihnen: Wärt ihr Abrahams Kinder, so würdet ihr die Werke Abrahams tun. 40Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sagten zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 42Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so würdet ihr mich lieben; denn ich bin aus Gott hervorgegangen und gekommen; denn ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43Warum versteht ihr denn nicht, was ich sage? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 44Ihr seid von (eurem) Vater, dem Teufel, und wollt die Gelüste eures Vaters tun. Der war ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der (Lüge). 45Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich (aber die) Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; darum hört ihr sie nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 48Die Juden antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich. 50Ich aber suche nicht meine Herrlichkeit; es ist einer, der sie sucht und der richtet. 51Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort hält, wird er den Tod gewiss nicht sehen in Ewigkeit. 52Die Juden sagten zu ihm: Jetzt haben wir erkannt, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort hält, wird er den Tod gewiss nicht schmecken in Ewigkeit. 53Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, ist meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55Und ihr habt ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sage: Ich kenne ihn nicht, werde ich gleich euch ein Lügner sein. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. 56Euer Vater Abraham hat gejubelt, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich. 57Da sagten die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich. 59Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen; aber Jesus verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.