Lukas 2

13

Die Geburt Jesu

1Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung von dem Kaiser Augustus ausging, dass die ganze bewohnte Erde sich einschreiben lassen sollte. 2Diese Einschreibung war die erste und geschah, als Cyrenius Statthalter von Syrien war. 3Und alle gingen hin, sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine eigene Stadt. 4Da ging auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa zur Stadt Davids, die Bethlehem heißt – denn er war vom Haus und von der Nachkommenschaft Davids –, 5um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seiner angetrauten (Frau), die schwanger war. 6Und es geschah, als sie dort waren, wurden die Tage erfüllt, dass sie gebären sollte, 7und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn für sie war kein Raum in der Herberge. 8Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts ihre Herde bewachten. 9Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich bringe euch gute Nachricht von großer Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher Christus ist, der Herr, in Davids Stadt. 12Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. 13Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14Herrlichkeit (sei) Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter den Menschen (seines) Wohlgefallens. 15Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den Himmel auffuhren, sagten die Hirten untereinander: Lasst uns doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist, welche uns der Herr bekannt gemacht hat. 16Und sie eilten und kamen und fanden beide, Maria und Joseph, und dazu das Kind in der Krippe liegend. 17Und als sie es gesehen hatten, machten sie das Wort bekannt, das von diesem Kind zu ihnen geredet war. 18Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. 19Maria aber bewahrte alle diese Dinge und bewegte sie in ihrem Herzen. 20Und die Hirten kehrten zurück und verherrlichten und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war. 21Und als acht Tage vollendet waren, dass man ihn beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde.

Jesu Darstellung im Tempel – Simeon und Hanna

22Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose vollendet waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzubringen, 23wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn: Alles Männliche, das den Mutterleib durchbricht, soll dem Herrn heilig heißen, 24und um ein Opfer zu geben, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. 25Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. 26Und es war ihm von dem Heiligen Geist gesagt worden, er solle den Tod nicht sehen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. 27Und er kam im Geist in den Tempel; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um an ihm nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, 28nahm er ihn auf seine Arme und segnete Gott und sprach: 29Herr, nun entlässt du deinen Sklaven nach deinem Wort in Frieden, 30denn meine Augen haben deine Errettung gesehen, 31die du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker, 32ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel. 33Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. 34Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – 35und auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen –, damit die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. 36Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Stamm Asser; die war sehr betagt und hatte sieben Jahre mit (ihrem) Mann gelebt nach ihrer Jungfrauschaft, 37und sie war (nun) eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente mit Fasten und Bitten Nacht und Tag. 38Die trat auch zur selben Stunde herzu und dankte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth. 40Und das Kind wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41Und seine Eltern gingen alle Jahre am Passahfest nach Jerusalem. 42Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. 43Und als sie die Tage vollendet hatten und wieder nach Hause gingen, blieb der Junge Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern wussten es nicht. 44Sie meinten aber, er sei unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit, und sie suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten; 45und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie um nach Jerusalem und suchten ihn. 46Und es geschah, dass sie ihn nach drei Tagen im Tempel fanden, wie er mitten unter den Lehrern saß und ihnen zuhörte und sie befragte. 47Und alle, die ihn hörten, waren voll Staunen über sein Verständnis und seine Antworten. 48Und als sie ihn sahen, erstaunten sie sehr; und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Sieh, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein mussa? 50Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. 51Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen. 52Und Jesus nahm ständig zu an Weisheit, Größe und Gunst bei Gott und den Menschen.

Footnotes

  • a2,49andere Handschriften lesen: dass ich in den Angelegenheiten meines Vaters tätig sein muss