Lukas 4

35

Die Versuchung Jesu

1Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in der Wüste vierzig Tage geleitet 2und von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in jenen Tagen; und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn. 3Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde. 4Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben. 5Und der (Teufel) führte ihn hinauf und zeigte ihm alle Reiche der bewohnten Erde in einem Augenblick, 6und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. 7Wenn du nun vor mir anbetest, soll es alles dein sein. 8Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen. 9Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter; 10denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln befehlen über dir, dass sie dich bewahren, 11und: Sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt. 12Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. 13Und als der Teufel jede Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm bis zu einer gelegenen Zeit.

Jesus Christus, die Wirklichkeit des Jubeljahres

14Und Jesus kam in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück und die Nachricht von ihm verbreitete sich in der ganzen Umgegend. 15Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von jedermann gepriesen. 16Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war; und nach seiner Gewohnheit ging er am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. 17Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht; und er tat das Buch auf und fand die Stelle, wo geschrieben stand: 18Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen gute Nachricht zu bringen. Er hat mich gesandt, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehen sollen, die Unterdrückten in Freiheit wegzusenden 19und zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn. 20Und nachdem er das Buch zugetan hatte, gab er es dem Gehilfen zurück und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. 21Und er fing an, zu ihnen zu sagen: Heute ist dieses (Wort der) Schrift erfüllt vor euren Ohren. 22Und sie gaben ihm alle Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund gingen, und sagten: Ist das nicht Josephs Sohn? 23Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet sicher dieses Sprichwort zu mir sagen: Arzt, heile dich selbst! Was wir gehört haben, dass es in Kapernaum geschehen sei, das tu auch hier in deiner Vaterstadt. 24Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterland. 25Aber in Wahrheit sage ich euch: Es gab viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war, als eine große Hungersnot über das ganze Land kam; 26und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein nach Sarepta im Land der Sidonier zu einer Frau, einer Witwe. 27Und es gab viele Aussätzige in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde gereinigt als allein Naeman, der Syrer. 28Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie das hörten, 29und standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn hinabzustürzen. 30Er aber ging mitten durch sie hinweg.

Jesus lehrt, heilt Kranke und treibt Dämonen aus

31Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt Galiläas. Und er lehrte sie an den Sabbaten. 32Und sie staunten über seine Lehre, denn sein Wort war in Vollmacht. 33Und es war in der Synagoge ein Mensch, der den Geist eines unreinen Dämons hatte; und er schrie mit lauter Stimme: 34Ha, was (haben) wir mit dir (zu tun), Jesus, Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes! 35Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Dämon warf ihn in die Mitte und fuhr von ihm aus, ohne ihm irgendeinen Schaden zu tun. 36Und Staunen kam über alle und sie redeten miteinander und sagten: Was ist das für ein Wort? Denn er gebietet mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern, und sie fahren aus. 37Und die Nachricht von ihm erscholl in alle Orte der Umgegend. 38Und er machte sich auf aus der Synagoge und kam in Simons Haus. Und Simons Schwiegermutter war von hohem Fieber befallen und sie baten ihn für sie. 39Und er neigte sich über sie und bedrohte das Fieber, und es verließ sie; und sogleich stand sie auf und diente ihnen. 40Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke mit mancherlei Leiden hatten, sie zu ihm. Und er legte auf jeden von ihnen die Hände und heilte sie. 41Und auch Dämonen fuhren aus vielen aus, schrien und sagten: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden, denn sie wussten, dass er der Christus war. 42Und als es Tag wurde, ging er hinaus und begab sich an eine einsame Stätte; und das Volk suchte ihn und kam zu ihm und (wollte) ihn festhalten, dass er nicht von ihnen ginge. 43Er aber sprach zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten die gute Nachricht vom Reich Gottes bringen, denn dazu bin ich gesandt. 44Und er predigte in den Synagogen Judäas.