Markus 7

68

Gottes Gebot steht über der Tradition der Menschen

1Und es versammelten sich zu ihm die Pharisäer und einige der Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren 2und gesehen hatten, wie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt ungewaschenen Händen Brot aßen. – 3Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, es sei denn, sie haben sich sorgfältig die Hände gewaschen, und halten (so) die Tradition der Ältesten; 4und wenn sie vom Markt (kommen), essen sie nicht, es sei denn, sie haben sich gereinigt; und es gibt viele andere Dinge, die sie zu halten angenommen haben, das Waschen von Trinkgefäßen und Krügen und Kupfergefäßen. – 5Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Tradition der Ältesten, sondern essen Brot mit unreinen Händen? 6Und er sprach zu ihnen: Sehr treffend hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir; 7und vergeblich beten sie mich an, indem sie als Lehren die Vorschriften von Menschen lehren. 8Ihr verlasst das Gebot Gottes und haltet die Tradition der Menschen. 9Und er sagte zu ihnen: Sehr schön hebt ihr das Gebot Gottes auf, damit ihr eure Tradition haltet. 10Denn Mose hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter, und: Wer böse von Vater oder Mutter redet, soll gewiss sterben. 11Ihr aber sagt: Wenn einer zum Vater oder zur Mutter spricht: Korban – das heißt eine Opfergabe – sei, was dir von mir zukommen sollte, 12so lasst ihr ihn nichts mehr tun für den Vater oder die Mutter 13und macht so das Wort Gottes ungültig durch eure Tradition, die ihr überliefert habt; und dergleichen tut ihr viel.

Was den Menschen unrein macht

14Und er rief die Volksmenge wieder zu sich und sprach zu ihnen: Hört mir alle zu und fasst es! 15Es gibt nichts außerhalb des Menschen, was ihn unrein machen kann, (wenn) es in ihn hineinkommt, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen unrein macht. 16[Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre.] 17Und als er vom Volk weg in ein Haus ging, befragten ihn seine Jünger über das Gleichnis. 18Und er sprach zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht unrein machen kann? 19Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch und hinaus, in den Abfluss – damit erklärte er alle Speisen für rein. 20Und er sprach: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht den Menschen unrein. 21Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, 22Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Betrug, Ausschweifung, ein böses Auge, Lästerung, Hochmut, Torheit. 23All diese bösen Dinge kommen von innen heraus, und sie machen den Menschen unrein.

Die Syrophönizierin

24Und er brach von dort auf und ging weg in die Gegend von Tyrus. Und er kam in ein Haus (und) wollte es niemand wissen lassen und konnte doch nicht verborgen bleiben. 25Sondern sogleich kam eine Frau, deren kleine Tochter einen unreinen Geist hatte – sie hatte von ihm gehört –, und fiel nieder zu seinen Füßen; 26und die Frau war eine Griechin, eine Syrophönizierin von Geburt. Und sie bat ihn, dass er den Dämon aus ihrer Tochter austreibe. 27Und er sprach zu ihr: Lass zuvor die Kinder satt werden, denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft. 28Sie jedoch antwortete und sagte zu ihm: Ja, Herr; (aber) auch die Hunde unter dem Tisch essen von den Brotkrumen der kleinen Kinder. 29Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren. 30Und sie ging weg in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bett liegen, und der Dämon war ausgefahren.

Heilung eines Taubstummen

31Und er verließ die Gegend von Tyrus und kam durch Sidon wieder an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. 32Und sie bringen einen Tauben zu ihm, der nur mühsam redete, und baten ihn, dass er ihm die Hand auflege. 33Und er nahm ihn von der Menge beiseite, legte ihm seine Finger in die Ohren, spie und berührte seine Zunge; 34und er sah auf zum Himmel, seufzte und sagte zu ihm: Ephatha! Das ist: Werde aufgetan! 35Und seine Ohren wurden aufgetan, und das, was seine Zunge band, wurde sogleich gelöst, und er redete richtig. 36Und (Jesus) gebot ihnen, dass sie es niemand sagen sollten. Je mehr er ihnen (das) aber gebot, desto mehr verkündeten sie es. 37Und sie erstaunten über die Maßen und sagten: Er hat alles gut gemacht; die Tauben macht er hörend und die Stummen redend.