Article · July 20, 2026

Chris­tus am Kreuz ken­nen wir – aber Chris­tus auf dem Thron?

Dies ist eine Zusam­men­fas­sung einer Gemein­schaft mit den Geschwis­tern in Süd­ko­rea am 19. Juli 2026.

Christus am Kreuz kennen wir – aber Christus auf dem Thron?

Wir hören auf Menschen – aber nicht auf den Herrn selbst

Seit fast 2.000 Jahren hat sich in der Christenheit eine Tradition festgesetzt: Gläubige sind vollständig abhängig von Pastoren, Predigern und Aposteln. Wenn der Pastor krank ist – was passiert dann? Wir verlassen uns immer auf jemanden. Und wenn wir einen Bibelvers nicht verstehen, gehen wir nicht zum Herrn – wir gehen ins Internet. Zu KI. Zu ChatGPT. Aber das Wort Gottes ist nicht so schwer zu verstehen, wie wir denken. Wer Physik, Biologie und Programmiersprachen verstehen kann, kann auch die lebendige Schrift verstehen. Wer mehr als hundert englische Bücher gelesen hat, kann auch die Bibel lesen und begreifen.

In 1. Johannes 2:27 steht:

Doch ihr – die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, wohnt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehrt; sondern wie seine Salbung euch alles lehrt und wahrhaftig ist und keine Lüge ist und wie sie euch gelehrt hat, so wohnt in ihm. 

Ihr braucht nicht, dass euch jemand lehrt. Auch in Johannes 14 verheißt der Herr Jesus: Wenn er, der Heilige Geist, kommt, wird er euch alles lehren, euch an alles erinnern, was ich gesagt habe, und euch die zukünftigen Dinge zeigen. Die Salbung irrt sich nicht – Menschen können irren. Deshalb müssen wir lernen, in ihm zu bleiben und ihn ständig zu fragen.

Gott redet – täglich, nicht nur sonntags

Hebräer 1:1 beginnt mit einer grundlegenden Wahrheit: Gott ist ein sprechender Gott. Früher sprach er durch die Propheten – heute spricht er zu uns durch seinen Sohn. Selbst in der Offenbarung (Kapitel 1–3) sprach der Herr persönlich zu den sieben Gemeinden – nicht in einem Gottesdienst, sondern zu Johannes auf der Insel Patmos, allein.

Wie oft spricht Gott zu dir? Es sollte täglich sein – die ganze Zeit. Wie oft sprichst du mit deiner Frau, mit deinen Kindern? Jeden Tag. Nicht nur sonntags. Der Herr wohnt in uns – wenn er in uns wohnt, wie kann er dann schweigen? Paulus sagt: "Betet ohne Unterlass" (1.Thess. 5:18). Das ist der Normalzustand für jeden Gläubigen. Wir müssen lernen, zu ihm zu kommen, ihn zu hören, und das Wort nicht nur zu lesen, sondern zu essen – zu beten, während wir lesen.

Das Kreuz Christi und seine Auffahrt zum Thron

Hebräer 1 stellt uns den Herrn Jesus Christus vor: Gott hat ihn zum Erben aller Dinge eingesetzt. Durch ihn hat er die Welten geschaffen. Dann heißt es weiter:

Er, welcher die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge trägt durch das Wort seiner Kraft und die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, er hat sich zur Rechten der Majestät in der Höhe niedergesetzt.

Alle reden von Christus am Kreuz – aber niemand redet von Christus, der heute auf dem Thron sitzt. Wie lange hing er am Kreuz? Ein paar Stunden. Wie lange lag er im Grab? Weniger als 28 Stunden. Er starb am Freitagnachmittag, ruhte den Sabbat, und stand früh am dritten Tag auf – denn es steht in Psalm 16 geschrieben: „Gott wird nicht zulassen, dass sein Heiliger die Verwesung sieht." Ich sage nicht, die Kreuzigung ist unwichtig. Aber er musste nur einmal sterben – und es war vollbracht. Wie lange sitzt er nun auf dem Thron? Über 2.000 Jahre. Und Hebräer 1,8 sagt: „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit." Der Thron ist ewig – die Kreuzigung war es nicht.

Auch in Offenbarung 5 wird das deutlich: Gott wartete Jahrtausende auf einen Menschen, der qualifiziert war, über seine Schöpfung zu herrschen. Johannes weinte, weil niemand gefunden wurde. Dann hieß es: „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda" (Vers 5) – er ist qualifiziert, das Buch zu nehmen. Nur Jesus ist qualifiziert. Und heute sitzt er auf dem Thron und macht alle seine Feinde zum Schemel seiner Füße.

Errettung ist der Anfang – der Thron ist das Ziel

Hebräer 1 zeigt uns den ganzen Weg des Herrn Jesus: Menschwerdung, Menschsein, Leiden, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt, Thron. Alles ist vollbracht – für uns. Und das Ziel seines ganzen Weges war der Thron. Denn das ist auch unser Bestimmungsort.

Christen werden durch die traditionelle Lehre getäuscht: Glaube, sei gerettet, werde getauft – und warte dann auf den Himmel. So ist es aber nicht. Errettung und Wiedergeburt sind erst der Anfang. Selbst ein Kind, das der Erbe eines Billionärs ist, kann als Baby nichts erben. Paulus sagt in Galater 4: Ein minderjähriger Erbe unterscheidet sich nicht von einem Knecht. Und Hebräer 5 sagt: Nach so langer Zeit müsstet ihr schon Lehrer sein – aber ihr braucht noch Milch, keine feste Speise.

Das Problem ist: Menschlich gesehen sind wir erwachsen. Aber geistliche Reife ist eine andere Reife. Deshalb müssen wir zur Vollkommenheit kommen – damit wir mit Christus herrschen und regieren können. Ich wachse noch selbst – auch wenn ich alt bin. Deshalb: Lest das Buch der Hebräer. Lest und betet gleichzeitig. Amen.

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