Article · October 10, 2026 · Teil 4 (Korea)

Der Herr wurde durch Lei­den vol­len­det – um un­seretwillen

Teil 4 einer Reihe von Mit­tei­lun­gen über den He­brä­er­brief, die an der Kon­fe­renz in Chun-Cheon, Süd­ko­rea im Ok­to­ber 2026, ge­ge­ben wur­den.

Der Herr wurde durch Leiden vollendet – um unseretwillen

Niemand kann Christus für dich gewinnen

Ich hoffe wirklich, dass diese Gemeinschaft euch alle ermutigt, Christus zu gewinnen. Denn niemand kann euch dabei helfen außer ihr selbst. Kein Prediger kann euch helfen, kein Ältester. Sie können euch ermutigen, aber die Verantwortung liegt bei euch. Wer kann für dich zu Mittag essen? Kann dein Mann für dich essen? Genauso kann niemand für dich Christus gewinnen. Kannst du an Stelle deines Mannes umgewandelt werden? Oder er an deiner Stelle? Wenn du Christus nicht gewinnst, kannst du niemanden dafür verantwortlich machen. Und mich auch nicht.

Wir sind zusammen der Leib Christi, aber wer sagt jedem Glied, was es tun soll? Nur das Haupt. Kann deine linke Hand der rechten befehlen, was sie tun soll? Kann deine Hand deine Füße steuern? Nur der Kopf steuert jedes Glied. Darum schreibt Paulus im Epheserbrief, dass jedes Glied in das Haupt hineinwachsen muss und dass vom Haupt aus der ganze Leib zusammengefügt wird. Hackst du eine Hand ab, überlebt der Leib. Hackst du den Kopf ab, ist alles zu Ende. Im Kolosserbrief steht dasselbe: Halten wir nicht am Haupt fest, zerfällt der ganze Leib. Darum klagt niemanden in der Gemeinde an. Niemand kann das Haupt ersetzen, und wo jemand es versucht, ist es mit dem Gemeindeleben vorbei. Das ist keine Lehre, das ist Praxis.

Weil der ganze Leib den Priesterdienst ausübt, brauchen wir den großen Hohenpriester. Es gibt viele Gruppen, die sagen: Wir brauchen keine Priesterschaft. Das ist gefährlich. Die Offenbarung sagt doch, er hat uns erlöst, um uns zu einem Königreich von Priestern zu machen. Wem willst du glauben, den Menschen oder dem Wort Gottes? Was ist dir wichtiger: der gekreuzigte Jesus oder Jesus als unser großer himmlischer Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks? Reicht es nicht, dass er das Lamm Gottes ist? Er ist mehr als das. Alle betonen „Siehe, das Lamm Gottes”, aber vom großen Hohenpriester redet kaum jemand. Kennst du irgendeine Gruppe, die das Priestertum ausübt und ihn so als Hohenpriester kennt? Alle kennen Christus als Retter und predigen das Evangelium vom Kreuz. Vielleicht ist der Hohepriester einfach nicht so wichtig?

Warum musste er durch Leiden vollendet werden?

Was qualifiziert den Herrn, der große Hohepriester zu sein? Er hat so viel gelitten. Warum? Er ist doch ohne Sünde, das makellose Lamm. Als Sündopfer hätte es gereicht, vollkommen zu sein. Warum musste er dann noch durch Leiden vollendet werden? Hat er gesündigt? Nein. Er war als Heiliger geboren und hat so viele Wunder getan. Die Antwort steht im Hebräerbrief: um unseretwillen. Weil wir so viele Probleme haben. Er musste alles durchmachen, um uns helfen zu können. Wenn ich selbst nie gelitten habe, verstehe ich nicht, warum du leidest. Wer viel durchgemacht hat, versteht die anderen.

Wenn du das Leiden deiner Frau nicht verstehst, sagst du: Warum beklagst du dich ständig? Der Herr aber kennt unsere menschliche Schwachheit und unser Leiden und kann Mitleid haben. Darum ist er barmherzig. Wir dagegen: Hat ein Heiliger eine Schwäche, haben wir kein Mitgefühl, wir murren und sagen: Mach das noch einmal, und ich werfe dich aus der Gemeinde. Am Ende bleibst du allein übrig. Wie beim Baseball: drei Fehler, und du bist draußen. Weil wir selbst nicht durch so vieles gegangen sind, haben wir keine Barmherzigkeit. Und wenn dich jemand in der Versammlung missversteht, gehst du sofort in die Verteidigung. Der Herr nicht. Er wurde abgelehnt, verraten, missverstanden.

Darum tritt er in Hebräer 7 allezeit für uns ein. Der Vater ist gerecht, und wenn du etwas Falsches tust, sagt er: Strafen wir ihn. Der Herr aber sagt: Vater, sei ihm gnädig. Wäre er nicht unser Hohepriester, wäre keiner von uns heute hier. Hebräer 5,7 sagt, dass er in den Tagen seines Fleisches mit lautem Schreien und Tränen gebetet hat und, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, Gehorsam lernte. So wurde er qualifiziert, uns nicht nur die Sünden zu vergeben, sondern uns bis zum Äußersten zu retten. Darum werdet im Gemeindeleben nicht sofort zornig, wenn jemand einen Fehler macht. Wir sind alle nicht wie Christus.

Melchisedek: Gerechtigkeit und Friede in einer Person

Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt in Kapitel 5,11: Über diesen Hohenpriester haben wir viel zu sagen, aber es ist schwer zu erklären. Verzeiht mir also, dass ich es versuche. Ich hoffe, wir werden nicht schwerfällig im Hören. Die Errettung kann man den Leuten leicht erklären, den Hohenpriester aber nur schwer, gerade Christen. Denn es ist das Wort der Gerechtigkeit. Melchisedek bedeutet König der Gerechtigkeit und König des Friedens. Diese beiden Worte zusammenzubringen, ist fast unmöglich. Wer sehr gerecht ist, kann keinen Frieden stiften. Wer sich selbst für gerecht hält, reagiert sofort, wenn jemand etwas falsch macht, und dann gibt es keinen Frieden. Wer dagegen Frieden will, sagt: Ist schon gut, lass es gehen, und dann ist er nicht mehr sehr gerecht.

Unser Hohepriester aber vereint beides. Er ist König der Gerechtigkeit und König des Friedens. Wie ist das möglich? Nur bei ihm. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Wenn du eine Erklärung findest, ruf mich an. Dieses wunderbare Leben in uns kann nur seines sein. Er wurde zur Sühnung für unsere Sünden. Er hat uns mit dem Vater versöhnt.

Ich möchte uns alle ermutigen, diesen großen himmlischen Hohenpriester zu erfahren und ihn zu kennen. Wenn wir den Priesterdienst ausüben wollen, geht das ohne einen großen Hohenpriester, der uns führt, lehrt und trainiert, nicht. Ich hoffe, ihr träumt heute Nacht von ihm, dem, der uns helfen und bis zum Äußersten retten kann.

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