Article · September 11, 2026
Der Hohepriester, der für uns einsteht
Dies ist eine Zusammenfassung der Gemeinschaft am 10.09.2026.

Christus, das Haupt über alles – niemand kann ihn ersetzen
Paulus redet im Epheserbrief von der Gemeinde als dem Leib Christi. Und was braucht der Leib? Er braucht das Haupt. Gott hat Christus als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, und niemand kann diesen wunderbaren Christus als Haupt ersetzen. Leider glaubt man heute in allen Gruppen zwar, dass Christus das Haupt ist — aber in der Praxis ist es nicht so. Wir haben das selbst erfahren. Wenn das Haupt in der Gemeinde nicht Christus ist, dann funktioniert es nicht.
Lass mich diesen Bruder hier fragen: Wer kann deinen Kopf ersetzen? Niemand. Du kannst doch keinen intelligenteren Kopf wählen. Und in der Familie — wer ist das Haupt? Nicht die Kinder, nicht die Frau. Christus ist das Haupt, und danach kommst du. Denn obwohl der Mann das Haupt der Frau ist, ist Christus das Haupt eines jeden Mannes, und über Christus ist Gott. Es hängt alles an diesem Punkt: wer das Haupt ist. Gleich wie es in einem Land darauf ankommt, wer der Kanzler ist, oder in einer Firma, wer der Chef ist. Nichts auf dieser Erde kann ohne das richtige Haupt existieren. Darum sagte der Herr: Ich will meine Gemeinde bauen. Meine Gemeinde. Christus ist das Haupt der Gemeinde, nicht nur im Glauben, sondern in allen Dingen. Wie kann eine Gemeinde herrlich werden, wenn wir Christus als Haupt ersetzt haben? Herr, stell uns bloß, wo wir dich nicht das Haupt sein lassen.
Der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, der für uns einsteht
Der Herr möchte ein Königreich von Priestern haben. Aber ist es gut genug, dass wir alle Priester sind? Ihr seid alle Bürger von Deutschland — aber wenn der Kanzler nicht gut ist, funktioniert es nicht. Für den priesterlichen Dienst brauchen wir unbedingt einen Hohenpriester. Nicht nach der Ordnung Aarons, denn Aaron lebt nicht für immer, und am Ende steht ein Eli da, und noch schlimmer, wenn sein Sohn die Stelle erbt (vgl. 1.Samuel 2:22-25). Nein — wir brauchen den Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks, weil er für immer lebt. Niemand kann ihn ersetzen.
Für die Welt ist der Herr der Herrscher über alle Könige auf Erden. Aber für die Gemeinde herrscht er nicht wie ein König, sondern er wandelt unter den goldenen Leuchtern. Er sucht die Gemeinde, er liebt die Gemeinde. Und was macht er in Hebräer 7? Er herrscht nicht über jeden von euch — er steht für euch ein. Wenn er nicht für uns einträte, könnte keiner von uns heute in der Gemeinde existieren, denn jeder hat noch so viele Probleme und Mangel. Vor dem Vater tritt er für uns ein: Der Vater sagt vielleicht: "Weg mit ihm" — aber der Herr sagt: "Nein, gib ihn nicht auf, wir brauchen ihn noch." Ich frage mich oft, warum ich heute noch hier bin. Ich bin nicht qualifiziert und nicht zur vollen Reife gekommen. Meine Eltern haben 13 Kinder erzogen, und ich war sicher kein einfaches Kind. Ich danke dem Herrn, dass meine Eltern mich nicht hinausgeworfen haben.
Wie gehen wir mit den Geschwistern der Gemeinde um? Bruder, wenn deine Kinder Probleme haben, zeigst du ihnen gleich die Tür? Nein. Wir müssen vom Herrn lernen: Wenn er uns vergibt und wir vergeben den anderen nicht — denkt an den Knecht, dem so viel vergeben wurde und der seinen Mitknecht wegen einer kleinen Schuld ins Gefängnis werfen wollte. Wenn wir bedenken, wie der Herr für uns einsteht, dann müssen auch wir für alle Heiligen einstehen und für sie beten. Ohne das Gebet füreinander funktionieren Lehre, Wissen, Konferenzen und Versammlungen nicht. Lest die Briefe des Paulus — unaufhörlich hat er im Geist für alle Heiligen gebetet. Wer dem Herrn dient, aber nicht für die Heiligen betet, dessen Dienst ist oft umsonst und ohne Wirkung.
König der Gerechtigkeit und König des Friedens – dienen, nicht herrschen
Der Herr ist der Höchste. Aber der Größte unter euch muss euer Diener sein. Er ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Er hat sich nicht nur als Mensch erniedrigt, sondern als Sklave, und alle unsere Sünden auf sich getragen. Diesen Hohenpriester zu kennen bedeutet nicht, seine hohe Stellung zu kennen. Und meint ihr, dieser Einstehdienst sei leicht? Er will uns retten bis zum Äußersten — keine einfache Arbeit, so wie du deine drei Kinder bis zur Reife bringen musst und nicht einfach aufgeben kannst.
Alle Christen glauben: Ich bin wiedergeboren, jetzt warte ich nur, in den Himmel zu kommen. So einfach ist es nicht. So wie wir sind, können wir nicht mit dem Herrn herrschen — wir beherrschen ja nicht einmal unser eigenes Leben. In der Armee wird man nicht sofort General; zuerst muss der Soldat trainiert werden, in Disziplin und Gehorsam. Darum muss der Herr uns schon heute retten bis zum Äußersten. Man lernt nie aus.
Melchisedek heißt zuerst König der Gerechtigkeit — aber ist das alles? Nein, auch König des Friedens, von Salem. Gerechtigkeit allein reicht nicht. Wenn wir in der Gemeinde nur Gerechtigkeit fordern, machen wir einander nur Vorwürfe: das ist falsch, das ist nicht richtig. Dann bliebe niemand mehr übrig, denn es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Aber Friede ohne Gerechtigkeit geht auch nicht — dann erlaubst du um des Friedens willen alles. Beide gehören zusammen, und Friede ist nur mit Liebe möglich. Sei kein Professor in der Gemeinde, der allen eine Fünf gibt. Ein Ältester in der Gemeinde zu sein ist keine Position — und wenn, dann die eines Sklaven. Der Herr dient uns nicht mit Lehre, sondern mit unzerstörbarem Leben. Denn Glaube ist nicht bloß Bibelkenntnis, sonst sind wir Theologen; Glaube ist die Verwirklichung und der Beweis dessen, was man nicht sieht — und dieser Beweis sind wir, in unserem täglichen Leben. Wenn die Gemeinde in Gerechtigkeit, Frieden und Liebe aufgebaut wird, gewinnt der Herr viel Raum in unseren Herzen, und es bleibt kein Platz für Kritik.