Article · October 10, 2026 · Teil 1 (Korea)
Ein wunderbarer Christus: Einleitung zum Hebräerbrief
Teil 1 einer Reihe von Mitteilungen über den Hebräerbrief, die an der Konferenz in Chun-Cheon, Südkorea im Oktober 2026, gegeben wurden.

Gott gibt kein Buch, das niemand verstehen kann
Ich glaube, es ist gar nicht nötig, so viel zu erklären. Wir müssen der Salbung vertrauen, die in uns wohnt und uns alles lehrt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Schreiber des Hebräerbriefs etwas schreibt, das keiner versteht. Viele sagen: Ich verstehe die Bibel nicht. Glaubst du, Gott gibt uns ein Buch, das kein Mensch verstehen kann? Das ist unmöglich.
Ich erinnere mich an einen Vorfall vor vielen Jahren in San Francisco. Ein Ehepaar kam in eine Evangeliumsversammlung, nahm den Herrn an und ließ sich noch in derselben Versammlung taufen. Gleich danach brachte ein Bruder ihnen einen ganzen Stapel Bücher zum Lesen. Ich sagte ihm: Gib ihnen diese Bücher nicht, sie brauchen nur ein Buch, die Bibel. Da sagte der frisch gerettete Mann: Aber ich verstehe die Bibel nicht. Ich fragte: Hast du sie je gelesen? Nein. Woher weißt du dann, dass du sie nicht verstehst? Wer hat dir das gesagt? Dann fragte ich: 1. Mose 1:1, „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, verstehst du das? Natürlich, sagte er. Es ist eine Täuschung des Feindes, den Leuten einzureden, die Bibel sei zu schwer. Und genauso beim Hebräerbrief: Kapitel 1, Vers 1 bis 3 versteht jeder. Dafür braucht man keine Konferenz.
Ein wunderbarer Christus: Schöpfer, Erhalter, Ausdruck Gottes
Christus ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens. Darum sagt der Herr: Wer mich sieht, sieht den Vater. Gott schuf Adam und Eva nach seinem Bild. Hat ein Hund Ähnlichkeit mit Gott? Ein Affe, ein Esel, ein Elefant, ein Löwe? Kein anderes Geschöpf, nur der Mensch. Aber die Sünde kam hinein, und der Mensch drückt Gott nicht mehr aus. Als Christus Mensch wurde, war keine Sünde in ihm, und er war der vollkommene Ausdruck Gottes.
Er ist nicht nur Retter, er ist der Schöpfer des ganzen Universums. Alles ist durch ihn, in ihm und auf ihn hin geschaffen, sagt Kolosser 1, und Johannes 1 sagt: Das Wort war Gott. Er trägt alles durch das Wort seiner Macht. Warum geht die Sonne jeden Morgen pünktlich auf und der Mond am Abend? Warum stehen die Sterne in so wunderbarer Ordnung? Weil sie durch das Wort Christi gehalten werden. Unterschätzt Christus nicht! Als er auf der Erde war, gehorchte ihm alles: der Sturm, der nur ein Wort hörte, „Schweig!“, der Feigenbaum, der sofort verdorrte, die Fische, die auf sein Wort auf die andere Seite des Bootes schwammen. Wer kann Wasser in Wein verwandeln, Kranke mit einem Wort heilen, über zehntausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen speisen, Lazarus aus dem Grab rufen? Gott selbst ist Mensch geworden. Kennst du so einen Christus? Oder ist dein Christus nur der Retter, der am Kreuz für dich gestorben ist?
Das Wunderbarste ist, dass er Mensch wurde. Er wollte nicht nur uns retten, sondern Gottes Plan mit der Menschheit wiederherstellen. Und das Problem des Menschen ist nicht nur die Sünde, sondern der Tod. Sünde ist, was ich nicht tun sollte, und doch tue. Tod ist, was ich tun sollte, und nicht die Kraft habe zu tun. So beschreibt es Paulus in Römer 7: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ Darum musste der Herr durch den Tod gehen und in der Auferstehung herauskommen.
Alles für uns und mit uns: leben und fürchten
Wir haben das Blut des Herrn oft erfahren. Aber wie oft erfahren wir die Kraft seiner Auferstehung? Und wie oft das Sitzen mit ihm auf dem Thron? Das ist noch weit weniger. Dabei sagt Epheser 2 genau das: Wir waren tot in Sünden, er hat uns mit auferweckt und mit in die Himmel niedergesetzt. Drei Dinge, Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt, und wir erfahren meist nur das erste. Alles, was Christus vollbracht hat, ist für uns und mit uns: seine Menschwerdung, sein Sieg über Satan, sein Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, und auch seine Wiederkunft. Meinst du, er möchte allein auf dem Thron sitzen? Du willst ja auch nicht allein in deinem Haus wohnen, deine Familie ist bei dir. Er kommt nicht allein, sondern mit seinem Heer. Die Braut wird zum Heer, denn das Hochzeitskleid der Braut und die Uniform des Heeres sind aus demselben Stoff und derselben Farbe. Aber wo ist dieses Heer? Bist du sicher, dass du dazugehörst? Folgst du dem König der Könige oder folgst du Menschen?
Und nun wohnt dieser wunderbare Christus in uns, und doch leben wir im Alltag für uns selbst. „Zu leben ist für mich Christus“, sagt Paulus, aber bei vielen heißt es: Zu leben ist für mich „mich selbst“. Wir fragen den Herrn kaum. Darum haben wir so viele Probleme und so viele Spaltungen. Jeder meint, er habe recht, und beide liegen falsch. Niemand ist gerecht außer Christus. Selbst wenn ein Dieb etwas Gutes tut und den Armen Geld gibt, ist er nicht gerecht. Gerechtigkeit heißt nicht, nur das Richtige zu tun, sondern es durch Christus zu tun. Christus heißt „der Gesalbte“. Wer König, Priester oder Prophet sein will, braucht die Salbung. Wie oft bittest du den Herrn darum?
Liebt diese Welt nicht, sie wird vergehen wie ein Kleid, aber Christus bleibt derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Wir haben nicht mehr viel Zeit, darum müssen wir mehr von Christus gewinnen. Als Johannes den Herrn als Hohenpriester sah, fiel er wie tot zu Boden. Auf dem Berg der Verklärung wollte Petrus drei Hütten bauen, für Mose, Elia und Jesus, und Gott griff sofort ein: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ Heute hören wir auf Menschen und scheuen uns, Menschen zu kränken, aber nicht, Gott zu kränken. Wir müssen vom Hebräerbrief lernen, den Herrn zu fürchten, nicht nur zu lieben. Echte Liebe ist Achtung. Darum sagt Hebräer 12: „... durch die wir Gott wohlgefällig priesterlich dienen, mit Ehrerbietung und Gottesfurcht, denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ Ich rede nicht von Lehre und Bibelwissen, sondern von der Wirklichkeit dieser wunderbaren Person: ihn zu kennen, zu fürchten, ihm zu gehorchen und seine Größe zu sehen.