Article · September 13, 2025
Reine und unreine Tiere: Die Taube

Macht euch selbst nicht zu einem Gräuel durch irgendein kriechendes Getier und verunreinigt euch nicht durch sie, sodass ihr dadurch unrein werdet! Denn ich bin der HERR, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht verunreinigen mit irgendwelchem Getier, das auf der Erde kriecht! (3.Mose 11:43-44)
Gott ist heilig, und er möchte, dass auch wir als sein Volk heilig sind. Wir sollen ihm in allem entsprechen. Um uns den Unterschied zwischen rein und unrein deutlich zu machen, gibt der Herr uns in 3.Mose 11 Tiere als Beispiele. Jedes dieser Tiere hat besondere Eigenschaften – sie sind uns entweder ein Vorbild (im Falle der reinen Tiere) oder eine Warnung (im Falle der unreinen Tiere). So zeigt uns der Herr, welchem Beispiel wir folgen sollen und welchem nicht.
Reine Vögel
In 5.Mose 14 wird das Gesetz über die reinen und unreinen Tiere wiederholt. Es ist Gott sehr wichtig, dass wir auf dieses Wort achten. So heißt es in 5.Mose 14:11 über die reinen Vögel:
Alle reinen Vögel dürft ihr essen. (5.Mose 14:11)
Hier wird nicht aufwendig aufgezählt, welche Vögel zu den reinen gehören. In Einfachheit sagt uns der Herr: Alle reinen Vögel dürft ihr essen. Das zeigt uns: Reinheit kommt aus der Einfachheit gegenüber Christus. Im Gegensatz dazu folgt eine lange Liste von 21 unreinen Vögeln bzw. Vogelarten. Daran erkennen wir, dass Unreinheit mit Kompliziertheit verbunden ist. So sagt Paulus:
Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifersucht; denn ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, dass ich Christus eine reine Jungfrau zuführte. Ich fürchte aber, dass etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, (auch) eure Gedanken verdorben werden, hinweg von der Einfachheit und Reinheit gegenüber Christus. (2.Korinther 11:2-3)
Die Schlange bringt Verderben in die Gedanken und lenkt so hinweg von der Einfachheit und Reinheit gegenüber Christus. Paulus eiferte mit Gottes Eifersucht und hatte sogar die Furcht, dass die Korinther von dieser Einfachheit gegenüber Christus fortgerissen würden.
Die Taube
Als einziger Vogel wird in der Schrift die Taube ausdrücklich als rein bezeichnet. So sagte der Herr Jesus:
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe. Darum werdet klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. (Matthäus 10:16)
Die Reinheit der Taube
Der Herr Jesus stellt als Hauptmerkmal der Taube heraus, dass sie ohne Falsch ist. Dieser Zustand betrifft das Herz: Es trägt nichts Verborgenes und nichts Eigenes in sich, sondern ist ganz rein und ungeteilt gegenüber Christus. Doch wir müssen zugeben, dass wir oft weder bei uns selbst noch bei anderen wirklich erkennen, was im Herzen ist. Der Herr allein kennt und erforscht die Herzen (vgl. Jeremia 17:10). Deshalb ist es nötig, dass wir zu ihm gehen, damit er unser Herz erforsche (vgl. Psalm 139:23-24)!
Ganz weiße Tauben sind sehr selten – in freier Wildbahn gibt es solche weniger als ein Prozent. Lasst uns doch zu den wenigen gehören, die in Reinheit und Aufrichtigkeit ganz auf ihn ausgerichtet sind!
Die Augen der Taube
Im Lied der Lieder benutzt der Bräutigam zwei Aspekte der Taube, um den Charakter seiner Braut zu zeigen: die Augen und die Wohnung der Taube. Als Braut Christi sind diese beiden Aspekte für uns Christen sehr wichtig.
Siehe, meine Geliebte, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind Taubenaugen. (Lied der Lieder 1:15)
Die Braut hat Augen wie Taubenaugen. Tauben sind ihrem Partner gegenüber sehr treu – sie haben nur Augen für ihn. Bis zum Lebensende bleiben sie zusammen und schauen sich nicht nach anderen Partnern um. So ist auch der Blick der Braut nur auf ihren Bräutigam gerichtet – und das nicht nur am Anfang der Beziehung, sondern bis zum Ende. Sie lässt sich nicht von anderen Liebhabern abbringen. Ebenso sollen auch wir Christen ganz auf den Herrn schauen und nicht mit Dingen der Welt liebäugeln. Wenn wir uns beispielsweise so sehr auf unsere Arbeit fokussieren und unser Blick stark darauf gerichtet ist – haben wir dann noch Taubenaugen? König David hatte wahrlich Taubenaugen – von ihm können wir lernen:
Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben. (Psalm 16:8)
Die Wohnung der Taube
Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felssteige … (Lied der Lieder 2:14)
Die Taube wohnt in den Felsklüften, im Versteck der Felssteige. Christus ist dieser Fels (1.Korinther 10:4; Psalm 18:3) – in ihm sollen wir wohnen! Wohnen bedeutet eine innige, tiefe Beziehung, nicht nur gelegentliche Gemeinschaft. Selbst wenn viele Stürme kommen, bleibt die Taube in der Felskluft verborgen. Sie lässt sich nicht hinausziehen, wo die verderbliche Pest wartet. Der Psalmist hatte diese Erfahrung:
Wer im geheimen Ort des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen. Ich sage vom HERRN: (Er ist) meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue. Ja, er wird dich von der Schlinge des Vogelfängers erretten und von der verderblichen Pest. (Psalm 91:1-3)
Lasst uns im Herrn wohnen – in aller Einfachheit und Reinheit wie die Taube – und nichts anderem in uns Raum geben!