Artikel · 15. Mai 2025
Die heilige Stadt Jerusalem

Die erste Eigenschaft des Neuen Jerusalem im Buch Offenbarung ist, dass sie eine heilige Stadt ist. Es heißt:
Und ich sah die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann. (Offenbarung 21:2)
Nun gibt es im Buch Offenbarung Kapitel 17 und 18 noch eine andere Stadt: Babylon, die Große. Diese Stadt ist alles andere als heilig. Sie ist eine Hure, die mit allem und jedem eine Beziehung hat. Äußerlich sieht sie heilig aus, aber inwendig ist sie voller Gräuel. Im Gegensatz dazu ist Jerusalem durch und durch heilig. Das muss heute als Gemeinde unser Ziel sein, wie Paulus gesagt hat:
Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch ... (1.Thessalonicher 5:23)
Abgesondert für Gott
Heilig bedeutet zuerst "abgesondert". Gott hat uns schon vor Grundlegung der Welt auserwählt, dass wir heilig seien (vgl. Epheser 1:4). Paulus bezeugt, dass Gott ihn von seiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat (vgl. Galater 1:15). Durch unsere Wiedergeburt wurden wir zu Kindern Gottes gemacht. Gott hat uns abgesondert (d.h. geheiligt) für ihn selbst und seinen ewigen Vorsatz. Durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz, das er ein für allemal dargebracht hat, wurden wir geheiligt (vgl. Hebräer 10:10). Wir gehören nicht mehr uns selbst, sondern ihm. Was für ein herrlicher Stand, in den uns Gott berufen hat!
Fortschreitende Heiligung
Heiligung bedeutet aber auch, dass wir Gläubige mehr und mehr an Gottes Wesen teilhaftig werden. Wir sind zwar ganz für Gott abgesondert, aber das bedeutet nicht, dass schon unser ganzes Sein von Gottes Wesen durchdrungen ist. Warum nicht? Weil wir für diesen Schritt mit Gott zusammenwirken müssen. Offenbarung 22 fasst dies so zusammen:
Wer unrecht tut, der tue weiterhin unrecht; und wer schmutzig ist, der beschmutze sich weiterhin; und wer gerecht ist, der tue weiterhin Gerechtigkeit; und wer heilig ist, der lasse sich weiterhin heiligen. (Offenbarung 22:11)
Ja, wir sind heilig (d.h. abgesondert), aber wir müssen uns weiterhin heiligen lassen. Gott benötigt hierfür unsere Zustimmung, unsere Bereitschaft und Willigkeit. In unserem täglichen Leben gibt es unzählige Gelegenheiten, in denen wir uns vom Herrn heiligen lassen können: Unsere Gedanken, unser Reden, ja, unser ganzer Wandel müssen geheiligt werden. Petrus sagt:
... sondern wie der Heilige, der euch berufen hat, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel, denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. (1.Petrus 1:15-16)
Leider werden wir nicht automatisch heiliger, denn wir leben in einer unheiligen Welt. Zudem wohnt die Sünde in unserem Fleisch. Daher bedarf es einer Gesinnung des Nachjagens, das heißt, eines festen Entschlusses, an Gottes heiligem Wesen teilhaben zu wollen. Die Grundlage hierfür ist bereits gelegt, denn wir sind für ihn abgesondert. Auf Basis dieses Fundamentes befiehlt uns Hebräer 12:14 sogar, dass wir der Heiligkeit nachjagen sollen. Ansonsten können wir den Herrn bei seiner Wiederkunft nicht sehen.
Das Ergebnis: Die heilige Stadt
Wenn wir uns heute vom Herrn heiligen lassen, entsteht nach und nach eine heilige Gemeinde (vgl. Epheser 5:27). Dann scheint Gottes Wesen aus uns heraus. Und genau das ist es, was Gemeinde ausmacht: Gott selbst in uns eingewirkt. Wenn wir aber heute in unserem unheiligen Wesen leben, wie soll Gottes heilige Stadt unter uns hervorkommen? Lasst uns üben, in unserem täglichen Leben der Heiligkeit nachzujagen! Genau dafür hat uns Gott von Anfang an ja schon auserwählt. Wie wunderbar!