Artikel · 5. September 2025

Reine Tiere: Wie­der­käu­en und ge­spal­te­ne Hufe haben

Reine Tiere: Wiederkäuen und gespaltene Hufe haben

Am vergangenen Jugendwochenende ging es um 3.Mose 11. Darin gebietet Gott seinem Volk, welche Tiere rein sind und welche nicht. Reine Tiere durften die Juden essen, unreine nicht. Für uns Christen im Neuen Bund enthält dieses Kapitel wichtige geistliche Prinzipien. Es geht nicht darum, was wir essen dürfen und was nicht. Es geht vielmehr um unsere geistliche Erfahrung. Was nehmen wir Christen auf? Was lassen wir in unser Herz hinein und was nicht? Darum geht es in 3.Mose 11.

Reine Tiere

Die erste Kategorie der reinen Tiere ist folgende:

Alles, was ganz gespaltene Klauen hat und wiederkäut unter den Tieren, dürft ihr essen. (3.Mose 11:3)

Gott erklärt diejenigen Tiere als rein, die wiederkäuen und ganz durchgespaltene Hufe (Klauen) haben. Das offensichtlichste Beispiel für solche Tiere ist das Rind.

Wiederkäuer

Doch was bedeutet "Wiederkäuen" für uns Christen heute? Dies betrifft vor allem unserem Umgang mit Gottes Wort, denn sein Wort ist unsere wahre geistliche Speise. Jeremia sagt zum Beispiel:

Als ich deine Worte fand, da verschlang ich sie; deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden, denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, o Herr, du Gott der Heerscharen! (Jeremia 15:16)

Gottes Wort ist die wahre Speise. Auch der Herr Jesus bestätigt das:

Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht. (Matthäus 4:4)

Für uns Christen soll das Wort Gottes keine bloße Lehre sein, die wir nach Belieben interpretieren können. Nein! Vielmehr müssen wir es als Speise aufnehmen und dadurch leben. Doch es geht nicht nur darum, das Wort Gottes nur zu essen. Wir müssen es "wiederkäuen" - genau wie ein Rind das Gras wiederkäut. Es grast den ganzen Tag, dann legt es sich zur Ruhe, würgt das teilweise verdaute Gras wieder hoch und käut es wieder. Dann wird es in den nächsten Magen geschluckt. Anschließend bringt es das Rind wieder zurück in den Mund und käut wieder. Dies geschieht wieder und immer wieder, solange, bis alle Nährstoffe aus dem Gras gezogen wurden.

Genauso sollen auch wir Christen mit Gottes Wort umgehen. Vielleicht lesen und essen wir es am Morgen. Doch ist das ausreichend, alle "Nährstoffe" aus dem Wort Gottes zu ziehen? Nein, sondern wir üben uns, das gelesene Wort während des ganzen Tages wieder "hochzuholen". Wir erinnern uns wieder daran und sinnen darüber nach. Wir käuen das Wort Christi wieder und füllen damit unser Herz. Paulus sagt:

Lasst das Wort Christi reichlich in euch wohnen ... (Kolosser 3:16)

Je mehr wir das Wort Gottes wiederkäuen, desto reicher wird es in uns wohnen und jeden Bereich unseres Seins einnehmen. Der Psalmist ist ein Vorbild im Wiederkäuen von Gottes Wort. Er sagt:

Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Es ist mein Nachsinnen den ganzen Tag. (Psalm 119:97)

Er käut das Wort Gottes den ganzen Tag wieder! Er ist gefüllt mit dem Sprechen Gottes, weil er ständig darüber nachsinnt. Er ist in der Tat ein Wiederkäuer!

Gespaltene Hufe

Doch es gibt noch eine weitere Eigenschaft, die ein Tier rein macht. Es braucht ganz durchgespaltene Hufe. Für uns Christen zeigt dies einen Wandel, der ganz gerade ist - ohne Kompromisse und ganz für Gott. Viele Christen kennen das Wort Gottes gut und lesen es täglich. Sie hören regelmäßig Predigten. Einige geben sogar Botschaften vor Gemeinden und sprechen über Gottes Wort. Doch wie sieht der Wandel aus? Häufig ist ihr Wandel nicht anders als der Wandel der Nationen (vgl. Epheser 4:17). Sie machen Kompromisse und sind nicht gerade, sondern gehen krumme Wege (vgl. Psalm 125:5) - die Hufe sind nicht durchgespalten. Es gibt keine klare Trennung zwischen heilig und unheilig (vgl. 2.Korinther 6:14-18).

Paulus hatte in diesem Sinn ganz durchgespaltene Hufe. Er sagt sogar, die Gläubigen sollen seinen Wandel nachahmen. Gleichzeitig warnt er vor dem Wandel der Religiösen:

Seid gemeinsam meine Nachahmer, Brüder, und beobachtet die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe und nun sogar mit Tränen sage: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi, deren Ende Vernichtung, deren Gott der Bauch ist und deren Ruhm in ihrer Schande liegt, die ihren Sinn auf die irdischen Dinge richten. (Philipper 3:17-19)

Die Religiösen seiner Zeit versuchten, verderbenbringende Dinge in die Gemeinde hineinzubringen (z.B. die Beschneidung, wie wir in Galater 5 sehen). Doch Paulus blieb gerade und ohne Kompromisse. Er enttarnte den Sauerteig und erinnerte die Gläubigen an ihre Berufung (vgl. Galater 5:8-9). Er hatte keine Angst vor Menschen, sondern folgte Christus treu und ohne Kompromisse nach. Dann spricht er vom Wandel im Geist (vgl. Galater 5:16). Das sind ganz durchgespaltene Hufe!

Beides gehört zusammen

Für die Reinheit braucht es beides: Wiederkäuen und gespaltene Hufe. Das eine ohne das andere geht nicht. Wir können nicht nur Umgang mit Gottes Wort haben und dabei unseren Wandel vernachlässigen. Andererseits sollen wir nicht nur einen "guten" Wandel führen, aber nicht Gottes Wort wiederkäuen. Lasst uns auf beides achthaben! Im nächsten Artikel geht es weiter.


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