Apostelgeschichte 21

2022

Rückkehr von der dritten Reise – Weissagungen über Paulus

1Als wir uns nun von ihnen losgerissen hatten und abfuhren, kamen wir geradewegs nach Kos und am folgenden Tag nach Rhodos und von dort nach Patara; 2und als wir ein Schiff fanden, das nach Phönizien übersetzte, gingen wir an Bord und fuhren ab. 3Nachdem wir aber Zypern gesichtet und es zur Linken gelassen hatten, segelten wir nach Syrien und kamen nach Tyrus hinab, denn dort sollte das Schiff die Fracht ausladen. 4Nachdem wir aber die Jünger aufgefunden hatten, blieben wir sieben Tage dort; und sie sagten Paulus durch den Geist, er solle Jerusalem nicht betreten. 5Und es geschah, als wir die Tage vollendet hatten, zogen wir aus und machten uns auf den Weg; und sie alle begleiteten uns mit Frauen und Kindern bis hinaus vor die Stadt. Und wir knieten am Strand nieder und beteten. 6(Dann) nahmen wir voneinander Abschied und wir stiegen in das Schiff, jene aber kehrten heim. 7Nachdem wir nun die Seereise von Tyrus beendet hatten, gelangten wir nach Ptolemais; und wir begrüßten die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen. 8Am nächsten Tag aber zogen wir aus und kamen nach Cäsarea; und wir gingen in das Haus des Evangelisten Philippus, der einer der sieben war, und blieben bei ihm. 9Dieser aber hatte vier Töchter, Jungfrauen, die weissagten. 10Als wir nun mehrere Tage dablieben, kam ein Prophet namens Agabus aus Judäa herab. 11Und er kam zu uns und nahm den Gürtel des Paulus, band sich die Füße und Hände und sprach: Das sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Nationen ausliefern. 12Als wir aber dies hörten, baten wir und die aus dem Ort, er möge nicht nach Jerusalem hinaufziehen. 13Da antwortete Paulus: Was macht ihr, dass ihr weint und mir das Herz brecht? Denn ich bin bereit, in Jerusalem nicht nur gebunden zu werden, sondern auch für den Namen des Herrn Jesus zu sterben. 14Und als er sich nicht überreden ließ, schwiegen wir und sagten: Der Wille des Herrn geschehe.

Paulus in Jerusalem

15Und nach diesen Tagen machten wir uns bereit und zogen nach Jerusalem hinauf. 16Und es gingen auch (einige) der Jünger aus Cäsarea mit uns und brachten uns zu einem Mnason aus Zypern, einem Jünger von Anfang an, bei dem wir untergebracht werden sollten. 17Als wir nun in Jerusalem eintrafen, nahmen uns die Brüder freudig auf. 18Und am nächsten Tag ging Paulus mit uns zu Jakobus, und alle Ältesten kamen hin. 19Und nachdem er sie begrüßt hatte, erzählte er eines nach dem anderen, was Gott durch seinen Dienst unter den Nationen getan hatte. 20Als sie es aber hörten, priesen sie Gott und sagten zu ihm: Du siehst, Bruder, wie viele Tausende es unter den Juden gibt, die gläubig geworden sind, und alle sind Eiferer für das Gesetz; 21es ist ihnen jedoch über dich berichtet worden, dass du alle Juden unter den Nationen lehrst, von Mose abzufallen, indem du sagst, sie sollten die Kinder nicht beschneiden und nicht nach den Gebräuchen wandeln. 22Was nun? Auf alle Fälle werden sie hören, dass du gekommen bist. 23So tue nun das, was wir dir sagen: Unter uns sind vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben; 24nimm diese, reinige dich mit ihnen und trage die Kosten für sie, damit sie das Haupt scheren lassen können; so werden alle erkennen, dass nichts an dem ist, was man ihnen über dich berichtet hat, sondern dass du auch selbst recht wandelst und das Gesetz hältst. 25Was aber die Nationen betrifft, die gläubig geworden sind, so haben wir geurteilt und geschrieben, dass sie sich vor Götzenopfer und Blut und Ersticktem und Unzucht hüten sollen. 26Da nahm Paulus am folgenden Tag die Männer zu sich, reinigte sich mit ihnen, ging in den Tempel und meldete die Erfüllung der Tage der Reinigung an, bis für einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht wäre.

Gefangennahme des Paulus

27Als aber die sieben Tage beinahe vollendet waren, sahen ihn die Juden aus Asien im Tempel und brachten die ganze Volksmenge in Verwirrung; und sie legten die Hände an ihn 28und schrien: Männer von Israel, helft! Das ist der Mensch, der alle Leute überall gegen das Volk und das Gesetz und diese Stätte lehrt! Und außerdem hat er auch Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht! 29Sie hatten nämlich vorher den Epheser Trophimus mit ihm in der Stadt gesehen und meinten, Paulus habe ihn in den Tempel geführt. 30Und die ganze Stadt kam in Bewegung und das Volk lief zusammen; und sie ergriffen Paulus und schleppten ihn aus dem Tempel und sogleich wurden die Türen geschlossen. 31Und während sie ihn zu töten versuchten, kam Meldung hinauf zum Obersten der Kohorte, dass ganz Jerusalem durcheinander gebracht sei. 32Dieser nahm sofort Soldaten und Hauptleute mit sich und eilte zu ihnen hinab. Als sie aber den Obersten und die Soldaten sahen, hörten sie auf, Paulus zu schlagen. 33Da trat der Oberst hinzu, ließ ihn ergreifen, befahl, ihn mit zwei Ketten zu fesseln, und erkundigte sich, wer er denn sei und was er getan habe. 34In der Menge aber riefen die einen dies, die anderen das. Und da er wegen des Tumults nichts Sicheres erfahren konnte, befahl er, ihn in die Kaserne zu führen. 35Als er aber an die Treppe kam, geschah es, dass er wegen der Gewalttätigkeit der Volksmenge von den Soldaten getragen werden musste; 36denn das Volk drängte nach und schrie: Weg mit ihm! 37Als nun Paulus in die Kaserne hineingeführt werden sollte, sprach er zu dem Obersten: Ist es mir erlaubt, dir etwas zu sagen? Der aber sagte: Du kannst Griechisch? 38Du bist also nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen einen Aufstand gemacht und die viertausend Männer von den Dolchträgern in die Wüste hinausgeführt hat? 39Paulus aber sprach: Ich bin ein Jude aus Tarsus in Cilicien, Bürger einer nicht unbedeutenden Stadt; ich bitte dich aber, erlaube mir, zu dem Volk zu reden. 40Und als er es erlaubt hatte, winkte Paulus, auf der Treppe stehend, dem Volk mit der Hand; nachdem aber eine große Stille eingetreten war, redete er sie in hebräischer Sprache an und sagte: