Apostelgeschichte 8

79

Saulus verwüstet die Gemeinde in Jerusalem

1Saulus aber stimmte seiner Tötung zu. Und es erhob sich an jenem Tag eine große Verfolgung über die Gemeinde in Jerusalem; und alle wurden in die Landschaft von Judäa und Samarien zerstreut, ausgenommen die Apostel. 2Den Stephanus aber bestatteten gottesfürchtige Männer und hielten eine große Totenklage über ihn. 3Saulus aber verwüstete die Gemeinde, ging der Reihe nach in die Häuser, schleppte Männer und Frauen fort und lieferte sie ins Gefängnis aus.

Das Evangelium wird durch die Zerstreuten ausgebreitet

4Die Zerstreuten nun zogen umher und verkündigten das Wort. 5Und Philippus kam in die Stadt Samariens hinab und predigte ihnen den Christus. 6Die Volksmenge aber achtete einmütig auf das, was Philippus sagte, als sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7Denn von vielen, die unreine Geister hatten, fuhren diese mit großem Geschrei aus, und viele Gelähmte und Hinkende wurden geheilt. 8Und es war eine große Freude in jener Stadt. 9Und ein Mann namens Simon hatte zuvor in der Stadt Zauberei getrieben und das Volk von Samarien in Staunen versetzt, indem er sich für etwas Großes ausgab; 10dem hingen alle an, Klein und Groß, und sagten: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die große nennt. 11Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in Staunen versetzt hatte. 12Da sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium von dem Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen. 13Und auch Simon selbst wurde gläubig und nach seiner Taufe hielt er sich beständig zu Philippus; und da er die Zeichen und großen Machttaten sah, die geschahen, war er voller Staunen.

Bestätigung durch die Apostel

14Als nun die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen; 15die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen, 16denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein in den Namen des Herrn Jesus hineingetauft. 17Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Geist gegeben wurde, bot er ihnen Geld an 19und sagte: Gebt auch mir diese Vollmacht, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt. 20Petrus aber sprach zu ihm: Dein Silber fahre mit dir ins Verderben, weil du gemeint hast, die Gabe Gottes sei durch Geld zu erlangen! 21Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott. 22Darum tue Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vielleicht die Absicht deines Herzens vergeben wird. 23Denn ich sehe, dass du voller Galle der Bitterkeit und in der Fessel der Ungerechtigkeit bist. 24Da antwortete Simon und sagte: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich kommt, was ihr gesagt habt. 25Nachdem sie nun ernstlich Zeugnis gegeben und das Wort des Herrn geredet hatten, kehrten sie nach Jerusalem zurück und verkündigten vielen Dörfern der Samariter die gute Nachricht.

Der Schatzmeister aus Äthiopien wird gerettet und getauft

26Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh gegen Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; die ist öde. 27Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Äthiopier, ein Eunuch und Machthaber der Kandake, der Königin der Äthiopier, welcher ihre ganze Schatzkammer verwaltete, war gekommen, um in Jerusalem anzubeten, 28und war auf dem Rückweg, saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. 29Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hinzu und halte dich zu diesem Wagen! 30Da lief Philippus hinzu und hörte, dass er den Propheten Jesaja las. Und er sprach: Verstehst du auch, was du liest? 31Er aber sagte: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, er solle aufsteigen und sich zu ihm setzen. 32Der Inhalt der Schrift nun, die er las, war dieser: Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführt; und wie ein Lamm still ist vor seinem Scherer, so tut er seinen Mund nicht auf. 33In der Erniedrigung wurde sein Gericht weggenommen. a Wer wird seine Generation beschreiben? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen. 34Da antwortete der Eunuch dem Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet dies? Von sich selbst oder von einem anderen? 35Philippus aber öffnete seinen Mund und verkündigte ihm, von dieser Schriftstelle ausgehend, Jesus als das Evangelium. 36Und als sie die Straße weiterzogen, kamen sie an ein Wasser, und der Eunuch sagte: Sieh, da ist Wasser; was hindert es, dass ich mich taufen lasse? 37[Philippus aber sprach: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, mag es geschehen. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.] 38Und er befahl den Wagen anzuhalten, und sie stiegen beide hinab in das Wasser, Philippus und der Eunuch, und er taufte ihn. 39Und als sie aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Eunuch sah ihn nicht mehr, denn er reiste seine Straße fröhlich. 40Philippus aber wurde in Asdod gefunden, und er zog umher und verkündigte allen Städten das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

Fußnoten

  • a8,33freie Übers. von Jes. 53:8