Hebräer 7

68

Die Größe Melchisedeks

1Dieser Melchisedek nämlich, König von Salem, Priester des höchsten Gottes, der Abraham entgegenging und ihn segnete, als er von der Schlacht der Könige wiederkam, 2dem Abraham auch den zehnten Teil von allem gab, er wird erstens als König der Gerechtigkeit gedeutet, dann aber auch als König von Salem, was König des Friedens heißt. 3Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum, hat weder einen Anfang der Tage noch ein Ende des Lebens, ist vielmehr dem Sohn Gottes gleich und bleibt Priester für immer. 4So seht nun, wie groß der ist, dem Abraham, der Erzvater, den Zehnten vom besten Teil der Beute gab. 5Zwar haben auch die von den Söhnen Levi, die das Priesteramt empfingen, ein Gebot, nach dem Gesetz vom Volk den Zehnten zu nehmen, das heißt von ihren Brüdern, obwohl sie (ebenso) aus Abrahams Lende hervorgegangen sind; 6der aber, dessen Stammbaum nicht von ihnen abgeleitet wird, nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte. 7Nun wird ohne alles Widersprechen das Geringere von dem Größeren gesegnet. 8Und hier nehmen sterbliche Menschen die Zehnten, dort aber einer, von dem bezeugt wird, dass er lebt. 9Und sozusagen ist durch Abraham auch von Levi, der die Zehnten empfängt, der Zehnte erhoben worden, 10denn er war noch in der Lende (seines) Vaters, als Melchisedek ihm entgegenkam. 11Gäbe es nun Vollendung durch das levitische Priestertum – denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen –, wozu war es dann noch nötig, dass ein anderer Priester nach der Ordnung Melchisedeks aufsteht, der nicht nach der Ordnung Aarons benannt ist? 12Denn wenn das Priestertum wechselt, so geschieht zwangsläufig auch ein Wechsel des Gesetzes. 13Denn er, von dem dies gesagt wird, gehört zu einem anderen Stamm, von welchem nie einer am Altar gedient hat. 14Denn es ist offenbar, dass unser Herr aus Juda hervorgegangen ist und zu diesem Stamm hat Mose nichts über Priester geredet. 15Und das ist noch viel klarer, wenn ein anderer Priester aufsteht, von gleicher Art wie Melchisedek, 16der nicht nach dem Gesetz eines fleischlichen Gebotes (Priester) geworden ist, sondern nach der Kraft des unzerstörbaren Lebens. 17Denn es wird bezeugt: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. 18Es geschieht nämlich in der Tat eine Aufhebung des vorigen Gebotes, weil es schwach und nutzlos war – 19denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht –, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir Gott nahen. 20Und wie (er) nicht ohne Schwur (Priester wurde) – 21denn jene zwar sind ohne Schwur Priester geworden, dieser aber mit einem Schwur durch den, der zu ihm sprach: Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit –, 22so ist Jesus auch Bürge eines besseren Bundes geworden. 23Und jene sind in großer Zahl Priester geworden, weil der Tod sie am Bleiben hinderte; 24dieser aber hat, weil er in Ewigkeit bleibt, das unveränderliche Priestertum. 25Daher kann er auch aufs Völligste erretten, die durch ihn zu Gott vorwärtskommen, (denn) er lebt immerdar, um für sie einzustehen. 26Ein solcher Hohepriester war genau das, was wir nötig hatten, (der) heilig (ist), frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden, 27der nicht wie die Hohepriester täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darbringen muss und danach für die des Volkes – denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte. 28Denn das Gesetz setzt Menschen zu Hohepriestern ein, die Schwachheit haben, das Wort des Schwurs aber, der nach dem Gesetz (erfolgte), den Sohn, der für die Ewigkeit vollkommen gemacht wurde.