Jesaja 9

810

1Das Volk, das in der Finsternis wandelt, sieht ein großes Licht, über den Bewohnern des Landes der Todesschatten geht eine Leuchte auf.

Weitere Offenbarung über den Messias- König als Gott und Mensch zugleich

2Du hast das Volk vermehrt, hast seine Freude groß gemacht; sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut, wie man jauchzt beim Verteilen der Beute. 3Denn du hast das Joch, das auf ihm lastete, den Stecken, der seinen Rücken geschlagen hat, und die Rute seines Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. 4Denn jeder Stiefel derer, die gestiefelt einhertreten im Schlachtgetümmel, und jedes blutbefleckte Kleid wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 5Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, mächtiger Gott, ewiger Vater, Friedefürst. 6Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun.

Der Zorn des HERRN über sein Volk (Fortsetzung von Kapitel 5)

7Ein Wort hat der Herr gegen Jakob gesandt, und es soll in Israel niederfallen. 8Erfahren soll es das ganze Volk, Ephraim und die zu Samaria wohnen; die im Stolz und Übermut des Herzens sagen: 9Die Ziegelsteine sind eingestürzt, wir aber wollen mit Quadersteinen aufbauen; die Maulbeer-Feigen wurden abgehauen, wir aber wollen Zedern an ihre Stelle setzen! 10Doch der HERR hat die Feinde Rezins über ihn erhöht und seine Gegner aufgestachelt; 11Aram von vorn und die Philister von hinten, und sie sollen Israel mit vollem Maul fressen. – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 12Denn das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und sie suchen den HERRN der Heerscharen nicht. 13Darum wird der HERR von Israel Kopf und Schwanz abhauen, Palmzweig und Binse an einem Tag. 14Der Älteste und Angesehene ist der Kopf, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz. 15Die Leiter dieses Volkes sind Verführer geworden, und die von ihnen Geführten werden verschlungen. 16Darum freut sich auch der Herr nicht über seine jungen Männer und hat kein Erbarmen mit seinen Waisen und Witwen; denn sie sind alle Heuchler und Übeltäter, und jeder Mund redet Torheit! – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt. 17Denn die Bosheit brennt wie ein Feuer: Dornen und Disteln frisst sie, und die dichten Wälder zündet sie an, so dass Rauchsäulen emporwirbeln. 18Durch den Zorn des HERRN der Heerscharen ist das Land verfinstert und das Volk wie Brennstoff für das Feuer; keiner verschont seinen Bruder. 19Man verschlingt zur Rechten und bleibt hungrig, man frißt zur Linken und wird nicht satt; schließlich frißt noch jeder das Fleisch seines eigenen Arms, 20Manasse den Ephraim und Ephraim den Manasse, und diese beiden fallen über Juda her! – Bei alledem hat sich sein Zorn nicht abgewandt; seine Hand bleibt ausgestreckt.