Lukas 5

46

Fischzug des Petrus

1Nun geschah es, als sich die Menge zu ihm drängte und das Wort Gottes hörte, dass er am See Genezareth stand, 2und er sah zwei Boote am See liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen die Netze. 3Da trat er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren. Und er setzte sich und lehrte die Volksmenge vom Boot aus. 4Und nachdem er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe und werft eure Netze zu einem Fang aus! 5Und Simon antwortete und sagte: Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. 6Und als sie das getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische; und ihre Netze begannen zu reißen. 7Und sie winkten ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote, so dass sie zu sinken drohten. 8Und als Simon Petrus (das) sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sagte: Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr! 9Denn Staunen hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über den Fischzug, den sie getan hatten, 10ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, welche Gefährten des Simon waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen. 11Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Heilung eines Aussätzigen

12Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als er aber Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sagte: Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen. 13Und (Jesus) streckte die Hand aus und rührte ihn an und sprach: Ich will, sei gereinigt. Und sogleich ging der Aussatz von ihm. 14Und er gebot ihm, es niemand zu sagen, sondern: Geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. 15Aber die Nachricht von ihm breitete sich umso mehr aus, und große Volksmengen kamen zusammen, um (ihn) zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. 16Er aber zog sich zurück in die Wüste und betete.

Heilung eines Gelähmten

17Und es geschah an einem Tag, dass er lehrte, und es saßen Pharisäer und Gesetzeslehrer da, die aus allen Dörfern in Galiläa und Judäa und von Jerusalem gekommen waren. Und die Kraft des Herrn war mit ihm, zu heilen. 18Und siehe, (einige) Männer brachten auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. 19Und da sie wegen der Menge nicht fanden, auf welchem Weg sie ihn hineinbringen konnten, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn samt dem Tragbett durch die Ziegel herab in die Mitte, vor Jesus hin. 20Und als er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. 21Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und zu sagen: Wer ist dieser, der Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein? 22Jesus aber, der ihre Gedanken wusste, antwortete und sprach zu ihnen: Was überlegt ihr in euren Herzen? 23Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und laufe? 24Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen auf der Erde Vollmacht hat, Sünden zu vergeben – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh in dein Haus. 25Und sofort stand er vor ihnen auf, nahm das, worauf er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott. 26Und großes Staunen ergriff alle und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sagten: Wir haben heute sonderbare Dinge gesehen.

Die Berufung des Levi

27Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! 28Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach. 29Und Levi machte ihm ein großes Mahl in seinem Haus, und es war eine große Schar von Zöllnern und anderen da, die mit ihnen zu Tisch lagen. 30Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sagten: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? 31Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. 32Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder zur Buße.

Der Bräutigam, das neue Kleid und der neue Wein

33Sie aber sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Bittgebete, ebenso auch die (Jünger) der Pharisäer; aber deine (Jünger) essen und trinken. 34Und Jesus sprach zu ihnen: Könnt ihr die Hochzeitsgästea fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? 35Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie fasten, in jenen Tagen. 36Und er sagte auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand reißt einen Lappen von einem neuen Kleid und flickt ihn auf ein altes Kleid; sonst zerreißt er das neue, und der Lappen vom neuen passt auch nicht auf das alte. 37Und niemand füllt jungen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der junge Wein die Schläuche und wird verschüttet und die Schläuche verderben. 38Sondern jungen Wein soll man in neue Schläuche füllen. 39Und niemand, der alten getrunken hat, will den jungen; denn er sagt: Der alte ist besser.

Fußnoten

  • a5,34wörtl. Söhne des Brautgemachs