Lukas 8

79

Frauen dienen Jesus mit ihren Gütern

1Und es geschah bald darauf, dass er Städte und Dörfer durchzog und predigte und die gute Nachricht vom Reich Gottes brachte; und die Zwölf waren mit ihm, 2dazu einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, 3und Johanna, die Frau des Chusa, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen mit ihren Gütern dienten.

Das Gleichnis vom Sämann

4Und als sich eine große Volksmenge versammelte und sie aus jeder Stadt zu ihm hinkamen, sprach er durch ein Gleichnis: 5Es ging der Sämann aus, seinen Samen zu säen; und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. 6Und anderes fiel auf den Fels, und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7Und anderes fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. 8Und anderes fiel in die gute Erde und ging auf und trug hundertfältige Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! 9Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute. 10Und er sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den Übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehen (und doch) nicht sehen, und hören (und doch) nicht verstehen. 11Das Gleichnis nun ist dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12Und die an dem Weg sind die, welche gehört haben; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und gerettet werden. 13Und die auf dem Fels sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zur Zeit der Prüfung fallen sie ab. 14Und das unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und unter den Sorgen, dem Reichtum und den Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen. 15Das aber in der guten Erde sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem edlen und guten Herzen festhalten und mit Ausdauer Frucht bringen.

Das Gleichnis von der Lampe

16Niemand aber, der eine Lampe angezündet hat, bedeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett; sondern er setzt sie auf einen Leuchter, damit die, die hereinkommen, das Licht sehen. 17Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, auch nichts geheim, was nicht gewiss bekannt wird und an den Tag kommt. 18Darum gebt Acht, wie ihr zuhört; denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.

Die wahren Verwandten Jesu

19Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm und konnten wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen. 20Und es wurde ihm angesagt: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. 21Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.

Stillung des Sturmes

22Und es geschah eines Tages, dass er in ein Boot stieg samt seinen Jüngern. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns an das andere Seeufer fahren. Und sie fuhren ab. 23Als sie nun (dahin)fuhren, schlief er ein. Und es kam ein Sturmwind auf den See herab und (das Schiff) wurde voll (Wasser) und sie standen in Gefahr. 24Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sagten: Meister, Meister, wir verderben! Da wachte er auf und bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers; und sie legten sich und es trat Stille ein. 25Und er sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sagten zueinander: Wer ist denn dieser? Sogar den Winden und dem Wasser gebietet er und sie gehorchen ihm.

Heilung eines besessenen Geraseners

26Und sie fuhren hinab in das Land der Gerasener, das Galiläa gegenüberliegt. 27Und als er ans Land gestiegen war, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der Dämonen hatte und seit langer Zeit keine Kleider anzog und in keinem Haus blieb, sondern (sich) zwischen den Gräbern (aufhielt). 28Da er aber Jesus sah, schrie er auf, fiel vor ihm nieder und sagte mit lauter Stimme: Was (habe) ich mit dir (zu tun), Jesus, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht. 29Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Der hatte ihn nämlich oftmals geplagt, und er wurde mit Ketten und Fußfesseln gebunden und verwahrt und zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöde getrieben. 30Und Jesus fragte ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Legion; denn es waren viele Dämonen in ihn gefahren. 31Und sie baten ihn sehr, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund zu fahren. 32Nun war dort eine große Herde Schweine an dem Berg zur Weide, und sie baten ihn, ihnen zu erlauben, in jene zu fahren; und er erlaubte es ihnen. 33Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen aus und fuhren in die Schweine; und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank. 34Als aber die Hüter sahen, was geschehen war, flohen sie und berichteten es in der Stadt und auf dem Land. 35Da gingen (die Leute) hinaus, zu sehen, was geschehen war; und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu Jesu Füßen sitzen; und sie fürchteten sich. 36Und die es gesehen hatten, berichteten ihnen, wie der Besessene geheilt worden war. 37Und die ganze Menge aus dem umliegenden Land der Gerasener bat ihn, von ihnen fortzugehen, denn sie waren von großer Furcht ergriffen. Und er stieg in ein Boot und fuhr zurück. 38Es bat ihn aber der Mann, von dem die Dämonen ausgefahren waren, dass er bei ihm bleiben dürfe; er aber ließ ihn von sich und sprach: 39Geh wieder heim und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat. Und er ging hin und verkündigte durch die ganze Stadt, wie viel Jesus an ihm getan hatte.

Heilung der blutflüssigen Frau – Auferweckung der Tochter des Jairus

40Als Jesus nun wiederkam, nahm das Volk ihn auf; denn sie warteten alle auf ihn. 41Und siehe, da kam ein Mann mit Namen Jairus, und dieser war ein Oberster der Synagoge; und er fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 42denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und sie lag im Sterben. Und als er hinging, umdrängte ihn das Volk. 43Und eine Frau, die seit zwölf Jahren am Blutfluss litt und von niemand geheilt werden konnte, 44trat von hinten herzu und rührte den Saum seines Kleides an; und sofort hörte ihr Blutfluss auf. 45Und Jesus sprach: Wer hat mich angerührt? Und als sie alle leugneten, sagte Petrus: Meister, das Volk drängt und drückt dich! 46Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn ich habe gespürt, dass Kraft von mir ausgegangen ist. 47Als nun die Frau sah, dass sie nicht verborgen war, kam sie mit Zittern und fiel vor ihm nieder und berichtete vor dem ganzen Volk, aus welcher Ursache sie ihn angerührt hatte und wie sie augenblicklich geheilt worden war. 48Und er sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt; geh in Frieden. 49Während er noch redete, kommt einer vom (Haus) des Obersten der Synagoge und sagt: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Lehrer nicht mehr. 50Als es aber Jesus hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie geheilt werden. 51Als er nun in das Haus kam, ließ er niemand mit hineingehen außer Petrus und Johannes und Jakobus und den Vater des Kindes und die Mutter. 52Und alle weinten und klagten um sie. Er aber sprach: Weint nicht; sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft. 53Und sie verlachten ihn, weil sie wussten, dass sie gestorben war. 54Er aber nahm sie bei der Hand, rief und sprach: Mädchen, steh auf! 55Und ihr Geist kam wieder, und sie stand sofort auf; und er gab Anweisung, man solle ihr zu essen geben. 56Und ihre Eltern erstaunten; er aber gebot ihnen, dass sie niemand sagen sollten, was geschehen war.