Markus 5

46

Heilung eines besessenen Geraseners

1Und sie kamen ans andere Ufer des Sees, in das Land der Gerasener. 2Und als er aus dem Boot stieg, kam ihm gleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen, 3der seine Wohnung zwischen den Gräbern hatte. Und niemand konnte ihn mehr binden, selbst nicht mit einer Kette, 4denn er war oft mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden und hatte die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben; und niemand hatte die Kraft, ihn zu bändigen. 5Und allezeit, Nacht und Tag, war er zwischen den Gräbern und auf den Bergen, schrie und zerschlug sich mit Steinen. 6Und als er Jesus von fern sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, 7schrie mit lauter Stimme und sagte: Was (habe) ich mit dir (zu tun), Jesus, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht! 8Denn er sprach zu ihm: Komm aus dem Menschen heraus, du unreiner Geist! 9Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er sagt zu ihm: Legion ist mein Name, denn wir sind viele. 10Und er bat (Jesus) sehr, dass er sie nicht aus der Gegend fortschickte. 11Nun war dort an dem Berg eine große Herde Schweine am Weiden. 12Und sie baten ihn und sagten: Schicke uns in die Schweine, dass wir in sie hineinfahren! 13Und er erlaubte es ihnen. Und die unreinen Geister kamen heraus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, etwa zweitausend, und sie ertranken im See. 14Und ihre Hüter flohen und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land; und sie kamen, um zu sehen, was geschehen war. 15Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, bekleidet und vernünftig sitzen; und sie fürchteten sich. 16Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie dem Besessenen geschehen war, und von den Schweinen. 17Und sie fingen an, ihn zu bitten, dass er aus ihrer Gegend fortginge. 18Und als er in das Boot stieg, bat ihn der Besessene, bei ihm bleiben zu dürfen. 19Und er erlaubte es ihm nicht, sondern sagte zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, was der Herr an dir getan und (wie) er sich deiner erbarmt hat. 20Und er ging und fing an, in der Dekapolis zu verkündigen, was Jesus an ihm getan hatte; und alle verwunderten sich.

Heilung der blutflüssigen Frau – Auferweckung der Tochter des Jairus

21Und als Jesus in dem Boot wieder an das andere Ufer hinübergefahren war, versammelte sich eine große Menge zu ihm, und er war am See. 22Und es kommt einer von den Obersten der Synagoge, mit Namen Jairus; und als er Jesus sieht, fällt er ihm zu Füßen 23und bittet ihn sehr und sagt: Meine kleine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm und leg ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und lebt. 24Und er ging mit ihm. Und eine große Menge folgte ihm und drängte ihn. 25Und (da war) eine Frau, die (schon seit) zwölf Jahren einen Blutfluss hatte 26und unter vielen Ärzten gelitten und ihre ganze Habe darauf verwendet und keinen Nutzen davon gehabt hatte, sondern es war vielmehr schlimmer geworden; 27nachdem sie über Jesus gehört hatte, kam sie in der Menge von hinten und berührte sein Kleid. 28Denn sie sagte (sich): Wenn ich nur seine Kleider berühre, werde ich geheilt werden. 29Und sogleich vertrocknete die Quelle ihres Blutes, und sie merkte an ihrem Leib, dass sie von der Plage geheilt war. 30Und sogleich wusste Jesus in sich selbst, dass Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich um in der Menge und sprach: Wer hat meine Kleider berührt? 31Und seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst die Menge, die dich drängt, und du sagst: Wer hat mich berührt? 32Und er blickte umher, um die zu sehen, die dies getan hatte. 33Aber die Frau fürchtete sich und zitterte, denn sie wusste, was ihr geschehen war, und sie kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. 34Und er sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich geheilt; geh in Frieden und sei gesund von deiner Plage. 35Während er noch sprach, kommen sie von (dem Haus) des Obersten der Synagoge und sagen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du den Lehrer noch? 36Aber Jesus beachtete nicht, was gesagt wurde, und sprach zu dem Obersten der Synagoge: Fürchte dich nicht; glaube nur! 37Und er erlaubte niemandem, ihn zu begleiten, außer Petrus und Jakobus und Johannes, dem Bruder des Jakobus. 38Und sie kommen in das Haus des Obersten der Synagoge, und er sieht die Aufregung und Weinende und laut Heulende. 39Und er geht hinein und sagt zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. 40Und sie verlachten ihn. Er aber treibt alle hinaus und nimmt den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren mit und geht hinein, wo das Kind war. 41Und er ergreift die Hand des Kindes und sagt zu ihr: Talitha kum! was übersetzt heißt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 42Und sogleich stand das Mädchen auf und lief umher; es war nämlich zwölf Jahre alt. Und sie erstaunten mit großem Erstaunen. 43Und er gebot ihnen dringend, dass niemand dies erfahren sollte; und er sagte, man solle ihr zu essen geben.