Matthäus 11

1012

Johannes sendet seine Jünger zu Jesus

1Und es geschah, als Jesus die Anweisung an seine zwölf Jünger vollendet hatte, ging er von dort weg, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen. 2Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, sandte er durch seine Jünger hin 3und ließ ihm sagen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? 4Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 5Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt und Taube hören, Tote werden auferweckt und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6und selig ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.

Jesu Zeugnis über Johannes

7Und als diese hingingen, fing Jesus an, zu der Volksmenge von Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Ein Rohr, das vom Wind bewegt wird? 8Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, der mit weichen Kleidern bekleidet ist? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. 9Was seid ihr doch hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Sogar viel mehr als einen Propheten. 10Dieser ist es, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. 11Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; aber der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er. 12Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, a und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.b 13Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis Johannes geweissagt. 14Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist der Elia, der kommen soll. 15Wer Ohren hat zu hören, der höre! 16Wem soll ich aber diese Generation vergleichen? Sie ist kleinen Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und den anderen zurufen 17und sagen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder angestimmt, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. 18Denn Johannes kam, der weder aß noch trank, und sie sagen: Er hat einen Dämon. 19Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt, und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Aber die Weisheit ist gerechtfertigt durch ihre Werke.

Wehe den unbußfertigen Städten

20Dann begann er die Städte, in denen die meisten seiner Machttaten geschehen waren, zu schelten, weil sie nicht Buße taten: 21Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wären die Machttaten in Tyrus und Sidon geschehen, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. 22Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher gehen am Tag des Gerichts als euch. 23Und du, Kapernaum, wirst nicht bis zum Himmel erhoben werden. Bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden! Denn wären in Sodom die Machttaten geschehen, die in dir geschehen sind, so wäre es geblieben bis heute. 24Doch ich sage euch: Es wird dem Land Sodoms erträglicher gehen am Tag des Gerichts als dir.

Der Sohn offenbart den Vater

25Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. 26Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. 27Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater, und den Vater kennt niemand als nur der Sohn und wem der Sohn (ihn) offenbaren will.

Jesus, die wahre Ruhe

28Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und beladen seid, so will ich euch Ruhe geben. 29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Fußnoten

  • a11,12siehe Mt. 23:13
  • b11,12siehe Luk. 16:16; Apg. 14:22