Matthäus 25

2426

Das Gleichnis von den Jungfrauen

1Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleich sein, die ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam zu begegnen. 2Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3Denn die Törichten nahmen ihre Lampen, nahmen (jedoch) kein Öl mit sich. 4Die Klugen aber nahmen Öl in den Gefäßen mit, samt ihren Lampen. 5Als aber der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6Zur Mitternacht aber erhob sich ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam! Geht hinaus, ihm zu begegnen! 7Da standen jene Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8Und die Törichten sagten zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen erlöschen. 9Aber die Klugen antworteten und sagten: Nein, es würde gewiss für uns und euch nicht ausreichen. Geht vielmehr zu den Verkäufern und kauft für euch selbst! 10Und als sie weggingen, um es zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. 11Später kommen dann auch die übrigen Jungfrauen und sagen: Herr, Herr, öffne uns! 12Er aber antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. 13Darum wacht; denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Das Gleichnis von den Sklaven

14Denn (es ist) wie bei einem Menschen, der außer Landes zog, seine eigenen Sklaven rief und ihnen seine Habe übergab; 15und dem einen gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eines, jedem nach seiner Fähigkeit, und zog außer Landes. 16Sogleich ging der hin, der die fünf Talente empfangen hatte, handelte mit ihnen und gewann weitere fünf. 17Ebenso gewann der, der die zwei (empfangen hatte), zwei weitere. 18Der aber das eine empfangen hatte, ging weg und machte eine Grube in die Erde und verbarg das Silber seines Herrn. 19Nach langer Zeit nun kommt der Herr jener Sklaven und hält Abrechnung mit ihnen. 20Und der die fünf Talente empfangen hatte, trat heran, brachte weitere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; sieh, ich habe weitere fünf Talente gewonnen. 21(Da) sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Sklave; du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh ein in die Freude deines Herrn. 22Auch der die zwei Talente (empfangen hatte), trat heran und sagte: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; sieh, ich habe weitere zwei Talente gewonnen. 23(Da) sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Sklave; du bist über weniges treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh ein in die Freude deines Herrn. 24Und der das eine Talent empfangen hatte, trat auch heran und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 25und ich fürchtete mich, ging weg und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Sklave! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27Dann hättest du mein Silber den Bankleuten bringen sollen, und bei meinem Kommen hätte ich das Meine mit Zins erhalten. 28Darum nehmt das Talent von ihm und gebt es dem, der die zehn Talente hat. 29Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen werden, was er hat. 30Und den unnützen Sklaven werft in die äußere Finsternis hinaus; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Das Gericht über die Nationen

31Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen, 32und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden; und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, 33und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, erbt das Reich, das euch seit Grundlegung der Welt bereitet ist. 35Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremdling, und ihr habt mich beherbergt; 36(ich war) nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. 37Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und gespeist? oder durstig und haben (dir) zu trinken gegeben? 38Und wann haben wir dich als Fremdling gesehen und beherbergt oder nackt und haben (dich) bekleidet? 39Und wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen? 40Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem unter diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, (das) habt ihr mir getan. 41Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist! 42Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; 43ich war ein Fremdling, und ihr habt mich nicht beherbergt; (ich war) nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; (ich war) krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. 44Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem unter diesen Geringsten nicht getan habt, (das) habt ihr auch mir nicht getan. 46Und diese werden in die ewige Strafe gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.