Psalmen 10

911

Christus, der Sieger auf dem Thron – er richtet den Bösen und die Nationen (Psalmen 9-10)

1HERR, warum stehst du so fern, verbirgst dich zur Zeit der Not? 2Weil der Gottlose Übermut treibt, müssen die Elenden leiden; sie werden gefangen in den Ränken, die er ersann. 3Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens und der Habgierige sagt dem HERRN ab und lästert ihn. 4Der Gottlose meint in seinem Stolz, Gott frage nicht danach. „Es ist kein Gott“, sind alle seine Gedanken. 5Er fährt fort in seinem Tun immerdar. Deine Gerichte sind fern von ihm, er handelt gewaltsam an allen seinen Feinden. 6Er spricht in seinem Herzen: „Ich werde nie mehr wanken, nie und nimmer wird mich Unglück treffen“. 7Sein Mund ist voll Fluchens, voll Lug und Trug; seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an. 8Er sitzt und lauert in den Höfen, er mordet die Unschuldigen heimlich, seine Augen spähen nach den Armen. 9Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht, er lauert, dass er den Elenden fange; er fängt ihn und zieht ihn in sein Netz. 10Er duckt sich, kauert nieder und durch seine Gewalt fallen die Unglücklichen. 11Er spricht in seinem Herzen: „Gott hat's vergessen, er hat sein Angesicht verborgen, er wird's niemals sehen“. 12Steh auf, o HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht! 13Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen sprechen: „Du fragst doch nicht danach“? 14Du siehst es doch, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen es dir; du bist der Waisen Helfer. 15Zerbrich den Arm des Gottlosen und Bösen und suche seine Bosheit heim, dass man nichts mehr davon finde. 16Der HERR ist König immer und ewig; die Nationen sollen aus seinem Land verschwinden. 17Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; du machst ihr Herz fest, lässt aufmerken dein Ohr, 18dass du den Waisen und Armen Recht schaffst, dass der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.