Römer 7

68

Dem Gesetz getötet, um Gott Frucht zu bringen

1Oder wisst ihr nicht, Brüder – denn ich rede zu (solchen), die das Gesetz kennen –, dass das Gesetz über den Menschen (nur) herrscht, solange er lebt? 2Denn die verheiratete Frau ist durch das Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann stirbt, ist sie vom Gesetz des Mannes befreit. 3Demnach also, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird, solange ihr Mann lebt, wird sie eine Ehebrecherin genannt werden; wenn aber ihr Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, so dass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. 4Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu Eigen werdet, (nämlich) dem, der aus den Toten auferweckt wurde, damit wir Gott Frucht bringen. 5Denn solange wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, welche durch das Gesetz (erregt wurden), in unseren Gliedern, um dem Tod Frucht zu bringen. 6Jetzt aber sind wir vom Gesetz gelöst – dem gestorben, worin wir festgehalten wurden –, damit wir in der Neuheit des Geistes und nicht in der Altheit des Buchstabens als Sklaven dienen.

Die Sünde wohnt im Fleisch

7Was sollen wir also sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei fern! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt außer durch das Gesetz; denn ich hätte die Begierde nicht gekannt, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren. 8Aber die Sünde nahm Anlass am Gebot und wirkte jegliche Begierde in mir. Denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. 9Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde wieder lebendig, und ich starb. 10Und das Gebot, das zum Leben (gegeben war), eben das erwies sich mir zum Tod. 11Denn die Sünde nahm Anlass am Gebot, betrog mich und tötete mich durch dasselbe (Gebot). 12So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig und gerecht und gut. 13Ist mir nun das Gute zum Tod geworden? Das sei fern! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde offenbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gewirkt, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot. 14Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15Denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht an; denn nicht, was ich will, das führe ich aus, sondern was ich hasse, das tue ich. 16Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. 17So vollbringe nun nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, nicht aber das Vollbringen des Guten. 19Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, aber das Böse, das ich nicht will, das führe ich aus. 20Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, das Böse vorhanden ist. 22Denn ich freue mich an Gottes Gesetz nach dem inneren Menschen; 23ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das gegen das Gesetz meines Denksinns kämpft und mich zum Gefangenen macht im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib dieses Todes? 25Gott sei Dank durch Jesus Christus, unseren Herrn! Demnach diene ich selbst nun als Sklave mit dem Denksinn dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.