Lied der Lieder 6

57

1Wo ist denn dein Geliebter hingegangen, o du Schönste unter den Frauen? Wo hat sich dein Geliebter hingewandt? So wollen wir ihn mit dir suchen.

2Mein Geliebter ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Balsambeeten, dass er in den Gärten weide und Lilien pflücke.

3Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein, der unter den Lilien weidet. König:

4Du bist schön, meine Geliebte, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtbar wie ein Heer mit Fahnen.

5Wende deine Augen von mir; denn sie überwältigen mich. Deine Haare sind wie eine Herde Ziegen, die an den Abhängen des Gebirges Gilead weiden.

6Deine Zähne sind wie eine Herde Mutterschafe, die aus der Schwemme kommen; alle haben sie Zwillinge, und keines unter ihnen ist unfruchtbar.

7Deine Wangen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.

8Sechzig Königinnen sind es und achtzig Nebenfrauen und Jungfrauen ohne Zahl.

9Aber eine ist meine Taube, meine Reine; die Einzige ist sie für ihre Mutter, das Liebste für die, die sie geboren hat. Als die Töchter sie sahen, priesen sie sie glücklich; die Königinnen und Nebenfrauen rühmten sie. Unbekannt:

10Wer ist sie, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, furchtbar wie ein Heer mit Fahnen? Braut:

11Ich bin hinabgegangen in den Nussgarten, zu schauen die Knospen im Tal, zu schauen, ob der Weinstock sprosst, ob die Granatbäume blühen.

12Ohne dass ich’s merkte, trieb mich meine Seele zu den Prachtwagen Ammi-Nadibsa. Die Töchter Jerusalems:

Fußnoten

  • a6,12d.h. Prachtwagen eines willigen Volkes