Artikel · 18. Oktober 2026 · Teil 5 (Korea)

Den Ho­hen­pries­ter in einer le­ben­di­gen Weise ken­nen

Teil 5 einer Reihe von Mit­tei­lun­gen über den He­brä­er­brief, die an der Kon­fe­renz in Chun-Cheon, Süd­ko­rea im Ok­to­ber 2026, ge­ge­ben wur­den.

Den Hohenpriester in einer lebendigen Weise kennen

Der Hohepriester ist nah: Du darfst jederzeit zu ihm kommen

Ein Bruder fragte: Wie kann ich im Alltag wirklich zum Hohenpriester Jesus gehen und ihn ergreifen? Die Antwort: Wir stellen uns den Herrn als weit entfernt vor. Vor 2000 Jahren aber konnte jeder zu ihm kommen. Er kam für alle, für ganz normale Menschen. Er ging nach Galiläa und wählte Fischer aus. Hätten wir das getan? Wir hätten die Hohen und Einflussreichen genommen. Er verließ den Thron, legte seine Göttlichkeit ab, wurde Mensch und Knecht. Nur die Stolzen, die Pharisäer, Schriftgelehrten und Ältesten gingen nicht zu ihm.

Als die Jünger die Kinder wegschickten, sagte er: Lasst sie zu mir kommen. Er legte ihnen die Hände auf und segnete sie, und er sagte, ohne so zu werden wie sie, kämen wir nicht ins Reich. Wären 15 oder 20 Kinder in unserer Versammlung, würden wir sagen: Ruhe, geht ins Kinderzimmer. Aber unser Herr war anders. Wir Erwachsenen sind kompliziert. Dabei kann jeder jederzeit, an jedem Ort, in jeder Lage zu ihm kommen, und er weist niemanden ab. Ist es für dich schwer, wenn dein Kind zu dir kommt? Muss es zehnmal bitten? Warum meinen wir, es sei bei unserem himmlischen Vater schwerer?

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid“, sagt er in Matthäus 11. Hat er je zu einem Kranken gesagt: Komm nächsten Monat wieder? Beim Hohenpriester brauchst du keinen Termin, wie im Krankenhaus. Nach Hebräer 7 tritt er für dich ein, noch bevor du fragst. Er hat alles durchgemacht, was ein Mensch erleiden kann, und es gibt kein Problem, das er nicht versteht. Er ist nicht fern, er wandelt mitten unter den goldenen Leuchtern, wie Offenbarung 1 bis 3 zeigt, in Quezon City, in Chuncheon, in Seoul, in Daejeon. Du musst nicht mich anrufen oder irgendeinen Bruder. Ich bin nicht der Hohepriester und kann dir nicht helfen. Nur er kann es.

Er ist alles in allem: Glaube heißt, ihm ganz vertrauen

Dieser Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks erschien Abraham schon vor 4000 Jahren. Jesus sagte: Ehe Abraham wurde, bin ich. Er ist nicht nur der Gekreuzigte, sondern der Schöpfer, durch den und auf den hin alles geschaffen ist. Wenn du krank bist, zu wem gehst du zuerst? Wer ist der größte Arzt im Universum? Warum gehst du nicht zu ihm? Du musst nichts bezahlen und nicht warten.

Als Mose fragte, wie er Gottes Namen nennen solle, sagte Gott: Ich bin. Ich bin, was? Wir können ihn nicht beschreiben, denn er ist alles in allem. Ich weiß nicht, was du brauchst, aber er ist genau das. Ich weiß nicht, welches Problem du hast, aber er ist die Lösung. Er stellt nur eine Frage: Glaubst du? Glaube heißt nicht, etwas für wahr zu halten, weil man es sich zusammengedacht hat. Er ist Vertrauen auf den Gott, der das, was nicht ist, ruft, dass es sei. Darum widmet Hebräer 11 dem Glauben ein ganzes Kapitel.

Wenn ich in Korea etwas brauche, bitte ich einen Bruder, den ich kenne, nicht flehentlich, sondern einfach. Warum meinst du, bei Gott müsstest du so flehen? Weil wir ihn nicht kennen. Gott hat Abraham sogar mit einem Eid zugesichert, wie Hebräer 6,13 sagt. Menschen schwören bei etwas Größerem, er schwor bei sich selbst. Warum? Weil viele sein Wort nicht glauben. Wir lesen die Bibel und glauben dies, aber das andere nicht, und beim Priestertum erst recht nicht. Warum lesen wir sie dann überhaupt?

Beim Fundament nicht stehen bleiben – nicht im Keller wohnen

Um Mathematiker zu werden, reicht die Grundschule nicht. Es gibt Geometrie, Statistik, Quantenphysik, so viel zu lernen. Und von Gott meinen wir, Lesen genüge? Viele Christen halten das Evangelium für alles: Das Lamm Gottes starb für uns, wir sind gerettet, jetzt warten wir auf den Himmel. Aber in Hebräer ist der Herr der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, der König der Gerechtigkeit und des Friedens, der uns bis zum Äußersten rettet. Bist du bis zum Äußersten gerettet? Hebräer 6 sagt: Bleibt nicht beim Fundament. Wer ein Haus baut, wohnt doch nicht im Keller. Dort ist es billig, aber ein Aufzug und drei Stockwerke sind eben komplizierter. Dreizehn Jahre lang hörte ich sonntags nur: gerettet, gerettet. Man hielt euch im Keller, weil man vom Bau Gottes nur das Fundament kannte.

Hebräer 6,4 bis 5 spricht vom Erleuchtetsein, vom himmlischen Geschenk, vom Anteil am Heiligen Geist, vom guten Wort Gottes und den Kräften der zukünftigen Welt. Hast du schon gekostet, dass Gottes Wort süßer ist als Honig? Der Herr kennt die Zukunft. Jesaja fragt, welcher Götze die Zukunft vorhersagt. Und Daniel hatte lange vorher geschrieben, was mit der Demokratie geschieht. Er sagt es auch dir, wenn du ihn kennst.

Er will ein Königreich von Priestern, die mit ihm regieren. Lernst du das jetzt? Ein Mathematiker lernt nicht beim Sport, sondern beim Professor. Wir brauchen den Hohenpriester, den Professor des Priestertums. Denk an Nadab und Abihu, an Elis Söhne, an die Leviten. Von zwölf Stämmen blieb einer treu, und nur eine Familie blieb zum Priesterdienst tauglich. Nicht weil es zu schwer war, sondern weil wir es auf unsere Weise tun wollten. In Offenbarung 11 wird nur der Tempel vermessen, und in Matthäus 7 sagt er: Ich kenne euch nicht.

Er hat es nicht schwer gemacht, ihn zu erkennen. Gott gefiel es, seinen Sohn in uns zu offenbaren. Muss ein Kind hundert Bücher lesen, um seine Mutter zu kennen? Er hat uns nicht verstoßen, obwohl wir oft versagen, und ich wäre längst draußen, wäre er nicht barmherzig. Sogar Johannes, der Jünger der Liebe, kannte den Hohenpriester erst in Offenbarung 1, über neunzig Jahre alt auf Patmos, und fiel wie tot nieder. Meint nicht, es genüge, vor Jahren gerettet und getauft worden zu sein. Öffne dein Herz, demütige dich und sag: Herr, ich möchte dich als den großen Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks kennen. Er wird sich dir offenbaren.

Teilen: