Artikel · 10. Oktober 2026 · Teil 3 (Korea)
Die Salbung lehrt euch alles – bis hin zur vollen Reife
Teil 3 einer Reihe von Mitteilungen über den Hebräerbrief, die an der Konferenz in Chun-Cheon, Südkorea im Oktober 2026, gegeben wurden.

Hören wir den Herrn täglich?
Er redet heute durch seinen Sohn. Und im Neuen Bund brauchen wir keine Belehrung, denn seine Salbung wohnt in uns. 1. Johannes 2,27: Seine Salbung lehrt uns alles. Wenn das stimmt, dann frage ich: Wie oft hörst du ihn zu dir reden? Täglich? Wie oft redet deine Frau mit dir? Immer. Warum redet sie ständig mit dir, aber der Herr nicht? Wo ist der Herr heute? Er wohnt in dir. Wenn er in uns allen wohnt, wie kann es sein, dass er nicht zu uns redet? Wenn ich dich besuche, reden wir doch die ganze Zeit miteinander, nicht nur fünf Minuten am Tag. Lerne von Paulus, ohne Unterlass zu beten, dann redet der Herr auch ohne Unterlass mit dir.
Unser Gott ist ein redender Gott. Das Problem ist, dass wir keine Ohren haben, ihn zu hören. Wir hören lieber Internet, Fernsehnachrichten, Musik, Klatsch und viel Unsinn, und wir glauben alles, auch Falschmeldungen. Aber wenn der Herr redet und du die Bibel liest, setzt du ein Fragezeichen: Was bedeutet das? Das glaube ich nicht. Warum stellen wir Gottes Wort in Frage? Hebräer 4 sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht. Nicht zu glauben und zu hinterfragen heißt: Unser Herz ist hart. Darum verspricht Gott, das steinerne Herz wegzunehmen und ein weiches zu geben. Adam und Eva bekamen nur ein einziges Gebot. War das schwer zu verstehen? Mussten sie es analysieren? Sie wurden von der Schlange betrogen. Der Teufel ist ein Lügner und Mörder von Anfang an. Und heute tut er dasselbe an uns. Alles verstehen und analysieren zu wollen, ist die falsche Haltung. Darum sind wir Christen so zerspalten: Jeder hat seine eigene Auslegung, alle sind Theologen. Deshalb habe ich keine Lust, Botschaften zu geben. Ihr habt die Salbung, die euch alles lehrt.
Was der Heilige Geist tut – und wie Leben wächst
Lerne, auf die Salbung zu hören. Das ist die Aufgabe des Geistes, den Gott in uns gesandt hat. Nach Johannes 14 bis 16 erinnert er uns an alles, was der Herr gesagt hat, denn wir vergessen. Er lehrt uns alles, führt uns in alle Wahrheit, zeigt uns das Zukünftige, empfängt mehr vom Herrn und macht es uns bekannt, und er verherrlicht Christus. Was hat er heute an dir getan? Sagt er dir nur: Tu das nicht, tu jenes nicht? Du weißt oft selbst, was du nicht tun sollst, und tust es trotzdem. Hat dir der Geist gesagt, dass der Herr bald kommt, oder hast du es nur von einem Bruder gehört? Es wäre so traurig, wenn Gottes Reden nur aus „richtig“ und „falsch“ bestünde. Gott will sich uns in seinem ganzen Reichtum offenbaren, in den unausforschlichen Reichtümern Christi. Wie Paulus in Philipper 3 sagt: „Ich will ihn erkennen.“ Wer soll dich lehren, Christus zu erkennen? Hast du ihn aus Büchern, Internet, Konferenzen und Botschaften erkannt? Oder durch deine tägliche Erfahrung, in der er sich dir offenbart?
Versteht mich nicht falsch, ich sage nicht, ihr sollt die Bibel nicht lesen. Aber auch beim Lesen braucht ihr die Salbung. Die Bibel ist nicht bloß gedruckter Buchstabe, lerne auf den Geist zu hören, der in dir wohnt. Wer den Heiligen Geist kennt, braucht keine Lehrer. Glaubt nicht der Lehre von Menschen, denn Menschen können irren, die Salbung aber irrt nie. Gemeinschaft brauchen wir trotzdem, denn wir sind nicht vollkommen, die Salbung aber ist der Herr selbst. Darum brauchen wir den Geist der Unterscheidung. Selbst die Gemeinden in Kleinasien, von Paulus gegründet, glaubten bald falschen Lehrern und verwarfen den Apostel. Die einzige Sicherheit ist die Salbung in uns. Ich möchte ihn kennen, so wie ich dich kenne: nicht aus Büchern, sondern weil wir uns begegnet sind und gemeinsam am Tisch saßen. Frag ihn, wenn du Fragen hast. Er wird dir antworten, denn die Salbung lehrt alles, nicht nur ein paar Dinge.
Und doch ist Leben nicht so einfach. Jedes Leben beginnt als Same und braucht Zeit zum Wachsen, ob Pflanze, Tier oder Mensch. Du wurdest 1990 geboren und bist nicht über Nacht erwachsen geworden. Wann wurdest du wiedergeboren? Vor dreizehn Jahren? Bist du schon ausgereift und weißt alles über Gott? Natürlich nicht. Paulus sagt: Wir erkennen stückweise. Der Reichtum Christi ist unausforschlich. Das Problem: Wenn wir wiedergeboren werden, sind wir menschlich meist schon Erwachsene. Wir sind gewohnt, mit Verstand und Analyse alles zu begreifen, und meinen, das gehe auch bei geistlichen Dingen. Aber Paulus warnt: Seid keine Kinder. In 1. Korinther 3 sagt er, nach fünf Jahren könne er ihnen immer noch nur Milch geben, keine feste Speise. Sie stritten, beneideten sich, spalteten sich, menschlich Erwachsene, geistlich Säuglinge. Sagst du heute einem Christen, er sei noch ein Baby, ist er beleidigt, vielleicht ist er fünfzig oder achtzig. Das ist eine große Täuschung. Geistliche Reife kommt durch Erfahrung und dadurch, das Wort nicht zu studieren, sondern zu essen.
Feste Speise, Vollkommenheit und die Erstlinge
Hebräer 5,11 bis 6,2: Der Schreiber redet nicht zu Kindern, sondern zu Erwachsenen, die geistlich Säuglinge geblieben sind. Wer Milch trinkt, kennt das Wort der Gerechtigkeit nicht. Feste Speise ist für Reife, die durch Übung Gutes und Böses unterscheiden kann. Glaube nicht, dass Bibelkenntnis dich reif macht. Schau auf die Schriftgelehrten, auf Korinth, auf die Kirchen heute. Ich kritisiere nicht, es ist Wirklichkeit, und wir haben es selbst erlebt. Wir brauchen einen inneren Hunger. Immer nur von Rettung zu reden, ist die Milch von früher. Darum sagt Hebräer 6,1: Lasst uns die Anfangsgründe hinter uns lassen und zur Vollkommenheit fortschreiten. Das sind Umkehr von toten Werken, Glaube, Taufen, Handauflegung, Auferstehung, Gericht, nur das Fundament. Wer möchte in der Grundschule bleiben? Dort ist es leicht und man hat Zeit zum Spielen. Doch im Christentum nimmt man dich dort gern auf, und man hält die Leute in der Grundschule, damit sie es bequem haben.
Wir haben kein Verlangen weiterzugehen. Wir halten fest, was wir früher gelernt haben. Priesterdienst zu üben, ist uns zu kompliziert. Wer nach dem Bachelor stehen bleibt, hat noch Master und Doktor vor sich, und selbst ein Doktor lernt ständig weiter, weil es immer Neues zu entdecken gibt. Die Welt entdeckt Neues, und du meinst, Christus habe dir nichts mehr zu zeigen? Ich bin traurig, wenn Christen meinen, sie wüssten genug. Paulus sagte: Ich habe es noch nicht ergriffen, aber ich jage danach. Früher hat mich das verwundert: Er schreibt den Philipperbrief und will den Herrn immer noch erkennen, und das, obwohl er schon so lange Christ war. Es hängt davon ab, wie hungrig du bist. Paulus wollte in Epheser 3 Höhe, Tiefe, Länge und Breite Christi erkennen. Weißt du, wie groß deine Wohnung ist? Und wie groß ist Christus für dich? Wir wissen so wenig. Kennst du dein geistliches Alter? Nicht, wie lange du Christ bist, sondern wie reif du bist. „Seit dreißig Jahren gerettet“, sagt man, aber Paulus sagt: Ihr solltet längst Lehrer sein.
Was sind Erstlinge? Erstlinge sind die, die zuerst reif werden. In meinem Garten hängen viele Kakis, aber nicht alle reifen gleichzeitig. Die oben in der stärkeren Sonne reifen zuerst, die versteckten bleiben grün. Die Reifen muss man pflücken, sonst faulen sie oder Tiere fressen sie. So erntet der Herr zuerst die Reifen und nimmt sie hinauf. Geistliche Reife ist normal, es ist das Gesetz des Lebens, wie bei der Henne, die auf den Eiern sitzt, bis das Küken schlüpft. Es braucht Zeit. Gott zwang Adam und Eva nicht, er ließ ihnen die Wahl zwischen Leben und Tod, und er zwingt auch Christen nicht. Viele Israeliten zogen aus Ägypten, aber sie wählten, nicht ins gute Land zu gehen. Von etwa zwei Millionen kamen nur zwei hinein. Wie viele Christen sind bereit, wirklich Priester zu sein? Alle meinen: Ich glaube, das genügt. Wer hat das gesagt? Es liegt an dir. Wenn du meinst, du schaffst es, ist das deine Sache. Aber wer bis zur Wiederkunft wartet, ist zu spät. Wir laufen ein Rennen, und es ist noch nicht vorbei. Ich bin nicht für Lehre, sondern für Ermutigung.