Artikel · 6. Juli 2026

Got­tes Spre­chen in sei­nem Sohn Jesus Chris­tus

Dies ist eine Zu­sam­men­fas­sung der Ein­lei­tung zum He­brä­er­brief aus der Kon­fe­renz in Fo­un­tain Val­ley.

Gottes Sprechen in seinem Sohn Jesus Christus

Das Wort Gottes braucht keine Vermittler

Eine der größten Täuschungen im Leben vieler Christen ist die Überzeugung, man könne die Bibel ohne fremde Hilfe nicht verstehen. Ich kannte einen neu geretteten Bruder in den USA, der hatte die Bibel noch nie gelesen — und war trotzdem bereits überzeugt, sie nicht zu verstehen. Wie kann man etwas nicht verstehen, das man noch nie gelesen hat?

Das Wort Gottes ist klar. Schon der erste Vers — "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde" — braucht keinen Professor und keinen Kommentar. Selbst das jüngste Kind versteht ihn sofort. Gott spricht nicht in tiefer Philosophie. Er redet mit uns wie ein Vater mit seinen Kindern — verständlich, direkt, ohne Dolmetscher. Die Abhängigkeit von Predigern und Theologen, das Wort stellvertretend zu erklären, ist nicht nur unnötig — sie ist ein Problem, denn so können wir nicht mit Gott vorangehen.

Christus — Schöpfer, Sohn und großer Hohepriester

Der Hebräerbrief beginnt mit einer gewaltigen Aussage:

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet in dem Sohn ... — Hebräer 1:1-2

Nicht durch Propheten, nicht durch Pastoren, nicht durch Konferenzen. Durch seinen Sohn. Und dieser Sohn ist Gott selbst. Alles wurde durch ihn geschaffen, ohne ihn wurde nichts geschaffen. Johannes sagt dasselbe: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Paulus bestätigt es in Kolosser: Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung — nicht weil er ein Geschöpf ist, sondern weil alles in ihm, durch ihn und auf ihn hin erschaffen wurde. Thomas sah den Auferstandenen und sagte: "Mein Herr und mein Gott." Das ist die richtige Antwort. Nicht Theologie, sondern der lebendige Glaube.

Aber Christus ist nicht nur der Schöpfer und nicht nur das Lamm Gottes, das am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist. Das ist der Anfang — ein wunderbarer Anfang — aber nur der Anfang. Nach seinem Tod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt ist er heute der große himmlische Hohepriester. Das ist der Hauptpunkt des Hebräerbriefs. Nicht der Retter, der am Kreuz starb — das wissen wir. Sondern der lebendige Hohepriester, der heute inmitten der goldenen Leuchter wandelt und uns zu einem königlichen Priestertum macht.

Gerettet — aber noch nicht frei

Römer 5 sagt: Wir sind versöhnt mit Gott durch den Tod seines Sohnes. Aber dann kommt mehr: Wir werden gerettet durch sein Leben. Die anfängliche Versöhnung mit Gott ist nicht das Ziel — sie ist der Ausgangspunkt. Viele Christen haben die Vergebung der Sünden, aber sie sind nicht frei von der Herrschaft der Sünde. Sie sind noch gebunden — durch das Fleisch, durch das Gesetz, durch den alten Menschen. Die Taufe zeigt genau das: Wer in Christus hineingetauft wird, wird in seinen Tod getauft. Der alte Mensch ist mit Christus gekreuzigt. Und dann kommt die Auferstehung. Nicht nur Vergebung, sondern ein neues Leben. Nicht nur gerettet vom Gericht, sondern befreit vom Gesetz der Sünde und des Todes.

Das ist die Entwicklung in der Bibel: vom Evangelium über die Apostelgeschichte und die Briefe bis hin zum Hebräerbrief — und schließlich zur Offenbarung. Genesis ist der Anfang, Offenbarung das Ende. Und der Hebräerbrief steht kurz vor der Offenbarung, d.h. kurz vor der Reife — er führt uns von der Errettung zur Vollendung im Priestertum.

Das Wort muss nicht nur gelesen, sondern ins Herz eingeschrieben werden. Das ist der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund: Der alte Bund war in Stein gemeißelt, der neue wird durch den Geist in Herz und Verstand geschrieben. Nicht mehr Doktrinen lernen und andere belehren — sondern das lebendige Wort in sich tragen. Den Hebräerbrief lesen. Immer wieder. Der Herr wird durch die Salbung erleuchten. Er wird selbst sprechen.

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