Artikel · 10. Oktober 2026 · Teil 2 (Korea)
Nicht der Himmel, sondern der Thron
Teil 2 einer Reihe von Mitteilungen über den Hebräerbrief, die an der Konferenz in Chun-Cheon, Südkorea im Oktober 2026, gegeben wurden.

Wirklichkeit statt Wissen: Christus als unser Leben
Es geht nicht nur um Wissen, Lehre und biblische Wahrheiten. Wenn wir die Wirklichkeit nicht in unserem täglichen Leben haben, dann ist alles Wissen nutzlos, und wir sind nur eine Religion. Darum redet der Hebräerbrief nicht von Lehre, sondern davon, was Christus für uns durchgemacht hat. Hebräer 11 definiert den Glauben ganz besonders: Glaube heißt nicht nur, den Wahrheiten der Bibel zuzustimmen, sondern er ist die Verwirklichung dessen, was wir hoffen. Wenn wir die Substanz und die Wirklichkeit nicht haben, haben wir nichts. Glauben bringt die Wiedergeburt hervor, das Leben Christi kommt in uns hinein, und das ist Wirklichkeit.
Dein menschliches Leben ist ja auch nicht einfach nur da, du bist sehr aktiv damit. Du bist zur Schule gegangen, hast viel gelernt, bist sogar verheiratet. Jetzt bist du wiedergeboren, ein Sohn Gottes, und Christus wohnt in dir als dein Leben. Was tut dieses wunderbare Leben in dir? Nicht viel? Du bist nur gerettet, und das war’s? Nein! Wenn schon dein menschliches Leben so aktiv und sinnvoll ist, wie viel mehr das Leben Christi in uns. Darum geht der Hebräerbrief in Kapitel 2 weiter: Christus, der in uns wohnt, hat ein wunderbares Ziel, nämlich uns zu Königen und Priestern zu machen, die mit ihm das ganze Universum beherrschen. Du wurdest ja auch nicht als Mathematiker geboren, du musstest vom Kindergarten über Schule und Universität gehen, und du hast es geschafft. Was ist das Ziel deines göttlichen Lebens?
Das Ziel: nicht der Himmel, sondern der Thron
Das Ziel vieler Christen ist, in den Himmel zu kommen. Seltsam: Alle wollen hin, aber niemand weiß, was er dort tun wird. Nein, vielmehr soll der Mensch eines Tages mit dem Herrn auf seinem Thron sitzen. Meint ihr, der Herr ist zufrieden, allein auf dem Thron zu sitzen? Er möchte, dass wir mit ihm dort sitzen. Das ist das Vorrecht von uns Menschen. Im Gegensatz dazu sind die Engel nur dienstbare Geister, gesandt zum Dienst um derer willen, die die Errettung erben sollen. Zu keinem Engel hat Gott je gesagt: Setze dich zu meiner Rechten.
Was heißt es, die Errettung zu erben? Hebräerbrief sagt, er will uns bis zum Äußersten retten (vgl. Hebr. 7:25). Wie viel Prozent bist du gerettet? Zehn, fünfzig, neunzig? Bis zum Äußersten heißt: bis zum Thron, bis zur Herrlichkeit. Erreichst du dieses Ziel nicht, bist du nicht bis zum Äußersten gerettet. Wenn der Herr morgen käme, wärst du bereit, mit ihm auf dem Thron zu sitzen? Bist du völlig umgewandelt? Du vertraust ihm, aber bist du schon vollendet? Hast du schon dein himmlisches Diplom? Seit dreißig Jahren ein Christ und noch nicht sicher? Lass mich die Frage anders formulieren: Tust du dein Bestes, das Ziel zu erreichen, oder schleppst du die Füße nach und ziehst viel Gepäck und Müll mit dir? Paulus hielt alles für Dreck, um Christus zu gewinnen. Wer noch an vielen Dingen festhält, wer es nicht ernst nimmt, wer geistlich träge ist, kommt nicht ans Ziel.
Nicht abdriften, sondern den Preis zahlen
Darum sagt Hebräer 2:1:
Darum sollen wir desto mehr auf das Gehörte achten, damit wir nicht daran vorbeitreiben.
Ich habe viele liebe Geschwister langsam und allmählich vorbeitreiben sehen, nie von heute auf morgen. Das ist die Taktik des Feindes: Er lässt dich zwei Schritte vorwärts gehen und dann drei zurück, sodass du nicht mehr weißt, ob du vorankommst oder abtreibst. Darum gibt die Bibel so viele Warnungen. Wie wollen wir entkommen, wenn wir eine so große Errettung gering achten? Es rettet uns bis zum Thron, bis zur Herrlichkeit, bis zum Erbe der ganzen Erde. Warum sollten wir uns mit viel Geld oder Besitz zufriedengeben?
Psalm 8 fragt: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Der Herr sorgt für uns, aber kümmern wir uns auch um ihn und seinen Vorsatz? Wenn es um die Dinge in der Welt geht, sind wir schnell. Für das Geistliche lassen wir uns viel Zeit. Christus hat sein Seelenleben für uns hingegeben. Welchen Preis zahlen wir? In Psalm 8 steht für „Engel“ das hebräische Elohim, dasselbe Wort wie für Gott, einige Übersetzungen sagen richtig: „Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als Gott.“ Die Engel sind unsere Diener, wir sind weit höher als sie. Gottes Wunsch ist, uns mit Herrlichkeit und Ehre zu krönen und uns über die Werke seiner Hände zu setzen. Wie oft denkst du daran? Nach dem Fall hat Gott seinen Plan nicht geändert. Christus ist die Lösung, nicht nur, um uns von Sünden zu retten, sondern bis zu diesem herrlichen Ziel.
Warum trefft ihr euch jeden Sonntag in der Gemeinde? Ist das alles? Ein paar Stunden pro Woche reichen nicht. Was ist mit dem Alltag, dem Familienleben, dem persönlichen Leben? Hosea 4:6 sagt:
Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis; denn du hast die Erkenntnis verworfen, darum will ich auch dich verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester seist; und weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deine Kinder vergessen!
Nicht als Volk, sondern als Priester! Wer das Ziel verfehlt, wird weinen und mit den Zähnen knirschen. Gottes Absicht ist, alles unter unsere Füße zu legen, aber noch sehen wir das nicht, weil wir nicht bereit sind. Täglich müssen wir üben, die Feinde unter die Füße zu bringen. Dazu müssen wir mit ihm auf dem Thron sitzen. Ist die Schlange unter deinen Füßen, oder bist du unter ihr?
Wir müssen Jesus sehen, nicht am Kreuz, sondern auf dem Thron. Am Kreuz war er etwa sechs Stunden, auf dem Thron schon 2000 Jahre. Er ist nicht mehr mit Dornen, sondern mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, um viele Söhne zur Herrlichkeit zu führen. Der Herr wünscht sich eine herrliche Gemeinde ohne Flecken und Runzeln. Wie oft betest du dafür? Er selbst wurde durch Leiden vollendet, einen besseren Weg gibt es nicht. Wir wollen Genuss, lassen andere leiden, aber selbst nicht. Keine Herrlichkeit ohne Leiden, keine Abkürzung. Dann haben unser Singen und Loben Substanz, weil wir eins mit Christus sind. Nicht eine Stadt, eine Gemeinde, sondern ein Christus, eine Gemeinde. Dann singt Christus selbst mitten in der Gemeinde. Und er hat den vernichtet, der die Macht des Todes hat, den Teufel. Der ist erledigt. Lest ihm diesen Vers vor, dann flieht er. Wir haben einen großen, barmherzigen und treuen Hohenpriester, der uns schon gerettet hat und nun vollendet.