Johannes 3

24

Jesus und Nikodemus: Wiedergeburt – die erhöhte Schlange

1Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden. 2Dieser kam bei Nacht zu ihm und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, Gott ist mit ihm. 3Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuema geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4Nikodemus sagt zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter gehen und geboren werden? 5Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineinkommen. 6Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 7Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuemb geboren werden. 8Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. 9Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? 10Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und weißt dies nicht? 11Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. 12Wenn ich euch die irdischen Dinge gesagt habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch die himmlischen Dinge sage? 13Und niemand ist in den Himmel hinaufgefahren außer dem, der aus dem Himmel herabgekommen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist. 14Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, 15damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. 16Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. 17Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. 18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einziggeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. 19Und dies ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht, weil ihre Werke böse waren. 20Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. 21Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind.

Weiteres Zeugnis Johannes des Täufers

22Danach kamen Jesus und seine Jünger in das Land Judäa; und dort blieb er mit ihnen und taufte. 23Und Johannes taufte auch in Änon, nahe bei Salim, denn dort war viel Wasser; und sie kamen dahin und ließen sich taufen. 24Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen. 25Da entstand ein Wortwechsel von Seiten der Jünger des Johannes mit einem Juden über die Reinigung. 26Und sie kamen zu Johannes und sagten zu ihm: Rabbi, der jenseits des Jordan bei dir war, von dem du zeugtest, siehe, der tauft, und alle kommen zu ihm. 27Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen, es sei ihm denn vom Himmel gegeben. 28Ihr selbst bezeugt von mir, dass ich gesagt habe, ich sei nicht der Christus, sondern vor ihm hergesandt. 29Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber steht und hört ihn und freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude nun ist erfüllt. 30Er muss zunehmen, ich aber muss abnehmen. 31Der von oben her kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, ist über allen. 32Was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er, und sein Zeugnis nimmt niemand an. 33Wer sein Zeugnis annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist. 34Denn welchen Gott gesandt hat, der redet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist nicht nach (dem) Maß. 35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Footnotes

  • a3,3o. von oben her
  • b3,7o. von oben her