Lukas 19

1820

Rettung des Oberzöllners Zachäus

1Und er ging hinein und zog durch Jericho. 2Und siehe, da (war) ein Mann mit Namen Zachäus, und der war ein Oberzöllner und (war) reich. 3Und er suchte Jesus zu sehen, wer er sei, und vermochte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Gestalt. 4Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn er sollte auf jenem Weg durchkommen. 5Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig schnell herunter, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben. 6Und er stieg schnell herab und nahm ihn mit Freuden auf. 7Und als sie es sahen, murrten sie alle und sagten: Er ist bei einem sündigen Mann zur Herberge eingekehrt! 8Zachäus aber trat hin und sagte zu dem Herrn: Sieh, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem etwas durch falsche Anklage genommen habe, gebe ich es vierfach zurück. 9Und Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Rettung zuteilgeworden, da auch er ein Sohn Abrahams ist. 10Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Das Gleichnis von den Sklaven

11Als sie nun dem zuhörten, sagte er weiter ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, (nun) müsse sofort das Reich Gottes erscheinen. 12Darum sprach er: Ein Mensch von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen und dann wiederzukommen. 13Und er rief zehn seiner Sklaven und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Treibt Handel (damit), bis ich komme. 14Seine Bürger aber hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser als König über uns herrscht! 15Und es geschah, als er wiederkam, nachdem er das Reich empfangen hatte, befahl er, die Sklaven zu ihm zu rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was jeder erworben hatte. 16Da kam der erste und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben. 17Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Sklave! Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du über zehn Städte Macht haben. 18Und der zweite kam und sagte: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund eingebracht. 19Und er sprach auch zu diesem: Und du sollst über fünf Städte sein. 20Und der andere kam und sagte: Herr, sieh, da (ist) dein Pfund, das ich hatte – im Schweißtuch beiseite gelegt; 21denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist; du nimmst, was du nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. 22Er spricht zu ihm: Aus deinem Mund werde ich dich richten, du böser Sklave! Du wusstest, dass ich ein strenger Mensch bin und nehme, was ich nicht hingelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe; 23warum hast du da mein Geld nicht zur Bank gebracht, dass ich es bei meinem Kommen mit Zinsen eingefordert hätte? 24Und er sprach zu denen, die dabeistanden: Nehmt das Pfund von ihm und gebt es dem, der die zehn Pfund hat. 25Und sie sagten zu ihm: Herr, er hat (doch schon) zehn Pfund! 26Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat. 27Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche – bringt sie her und macht sie vor mir nieder.

Einzug in Jerusalem

28Und nachdem er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem. 29Und es geschah, als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien kam, gegen den Berg hin, der Ölberg heißt, sandte er zwei der Jünger und sprach: 30Geht in das Dorf gegenüber; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort ein Fohlen angebunden finden, auf welchem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und führt es her. 31Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los? sollt ihr so antworten: Der Herr braucht es. 32Und die Abgesandten gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte. 33Und als sie das Fohlen losbanden, sagten seine Besitzer zu ihnen: Warum bindet ihr das Fohlen los? 34Und sie antworteten: Der Herr braucht es. 35Und sie brachten es zu Jesus, warfen ihre Kleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf. 36Als er aber hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg aus. 37Und als er schon zum Abhang des Ölbergs kam, fing die ganze Menge der Jünger voll Freude an, Gott mit lauter Stimme zu loben für alle Machttaten, die sie gesehen hatten, 38und sie sprachen: Gesegnet sei der König, der im Namen des Herrn kommt! Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe! 39Und einige der Pharisäer aus der Volksmenge sagten zu ihm: Lehrer, weise deine Jünger zurecht! 40Doch er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch, wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.

Ankündigung der Zerstörung Jerusalems

41Und als er nahe kam und die Stadt sah, weinte er über sie 42und sprach: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zu deinem Frieden (dient)! Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. 43Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen, dich belagern und dich von allen Seiten bedrängen, 44und sie werden dich dem Erdboden gleichmachen und deine Kinder in dir und werden keinen Stein auf dem anderen lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du besucht wurdest.

Tempelreinigung

45Und er ging in den Tempel und begann die hinauszutreiben, die verkauften, 46und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus sein; ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. 47Und er lehrte täglich im Tempel; aber die Hohepriester und die Schriftgelehrten und die Obersten des Volkes trachteten danach, ihn umzubringen, 48und sie fanden nichts, was sie tun konnten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn.