Lukas 20

1921

Die Frage nach der Vollmacht Jesu

1Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium predigte, da traten die Hohepriester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten herzu 2und redeten zu ihm und sagten: Sage uns, aus welcher Vollmacht tust du dies? Oder wer ist es, der dir diese Vollmacht gegeben hat? 3Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch ebenfalls etwas fragen; sagt mir auch: 4Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen? 5Da unterredeten sie sich miteinander und sprachen: Sagen wir: vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm (denn) nicht geglaubt? 6Sagen wir aber: von Menschen, so wird uns das ganze Volk steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war. 7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher (sie gewesen sei). 8Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Vollmacht ich dies tue.

Das Gleichnis von den bösen Weingärtnern

9Er fing aber an, dem Volk dieses Gleichnis zu sagen: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und gab ihn an Weingärtner in Pacht und zog für lange Zeit außer Landes. 10Und zur (gegebenen) Zeit sandte er einen Sklaven zu den Weingärtnern, dass sie ihm von der Frucht des Weinbergs geben sollten. Aber die Weingärtner schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort. 11Und er sandte noch einen anderen Sklaven; aber sie schlugen und beschimpften auch den und schickten ihn leer fort. 12Und er sandte noch einen dritten; aber den schlugen sie auch wund und stießen ihn hinaus. 13Da sprach der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; sie werden doch wohl vor ihm Achtung haben. 14Als aber die Weingärtner ihn sahen, überlegten sie miteinander und sprachen: Das ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe uns zufällt! 15Und sie stießen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun? 16Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg anderen geben. Und als sie das hörten, sagten sie: Das sei fern! 17Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden? 18Wer auf den Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen. 19Und die Schriftgelehrten und die Hohepriester trachteten (noch) zur selben Stunde die Hände an ihn zu legen – sie fürchteten aber das Volk –, denn sie verstanden, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.

Die Frage nach der Steuer

20Und sie lauerten ihm auf und sandten Spitzel aus, die sich stellten, als wären sie fromm, um ihn in seiner Rede zu fangen, damit sie ihn der Macht und Gewalt des Statthalters ausliefern konnten. 21Und sie fragten ihn und sprachen: Lehrer, wir wissen, dass du richtig redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes nach der Wahrheit lehrst. 22Ist es recht, dass wir dem Kaiser Steuer geben, oder nicht? 23Da er aber ihre Hinterlist durchschaute, sprach er zu ihnen: 24Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift hat er? Und sie sagten: Des Kaisers. 25Da sprach er zu ihnen: Gebt also dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. 26Und sie konnten ihn bei keinem Wort fassen vor dem Volk; und sie verwunderten sich über seine Antwort und schwiegen still.

Die Frage nach der Auferstehung

27Da traten einige der Sadduzäer herzu, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn 28und sprachen: Lehrer, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat, und wenn er kinderlos ist, so soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken. 29Nun waren sieben Brüder; der erste nahm eine Frau und starb kinderlos; 30ebenso der zweite; 31und der dritte nahm sie, und ebenso alle sieben, und hinterließen keine Kinder und starben. 32Zuletzt starb auch die Frau. 33Nun in der Auferstehung, wessen Frau wird sie sein unter ihnen? Denn (alle) sieben haben sie zur Frau gehabt. 34Und Jesus sprach zu ihnen: Die Söhne dieses Zeitalters heiraten und werden verheiratet; 35die aber würdig erachtet werden, jenes Zeitalter zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, heiraten nicht und werden auch nicht verheiratet; 36denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind. 37Dass aber die Toten auferstehen, hat sogar Mose klargemacht bei dem Dornbusch, da er den Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. 38Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen; denn für ihn sind alle lebendig.

Die Frage Jesu nach dem Christus – Warnung vor den Schriftgelehrten

39Und einige der Schriftgelehrten antworteten und sagten: Lehrer, du hast gut gesprochen. 40Denn sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen. 41Und er sprach zu ihnen: Wie sagen sie, der Christus sei Davids Sohn? 42Denn er selbst, David, sagt im Buch der Psalmen: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, 43bis ich deine Feinde hinlege (als) Schemel für deine Füße. 44David nennt ihn also Herr; wie ist er dann sein Sohn? 45Und während alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: 46Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gerne in langen Kleidern einhergehen und Begrüßungen auf dem Markt mögen und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern, 47die die Häuser der Witwen fressen und zum Schein lange Gebete sprechen. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.