Markus 10

911

Ehe und Ehescheidung

1Und er bricht von dort auf und kommt in die Gegend von Judäa und jenseits des Jordan; und wieder kamen Volksmengen bei ihm zusammen, und wie er gewohnt war, lehrte er sie wieder. 2Und die Pharisäer kamen zu ihm und fragten ihn, um ihn zu versuchen: Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau zu scheiden? 3Und er antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? 4Und sie sagten: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. 5Und Jesus sprach zu ihnen: Wegen der Verhärtung eures Herzens hat er euch dieses Gebot geschrieben; 6aber von Anfang der Schöpfung hat (Gott) sie als Mann und Frau geschaffen. 7Darum wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen. 8Und die zwei werden ein Fleisch sein; daher sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9Was darum Gott zusammengejocht hat, soll der Mensch nicht scheiden. 10Und im Haus befragten ihn seine Jünger nochmals darüber. 11Und er spricht zu ihnen: Wer sich von seiner Frau scheidet und eine andere heiratet, begeht Ehebruch an ihr; 12und wenn (eine Frau) sich von ihrem Mann scheidet und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.

Jesus segnet die Kinder

13Und sie brachten kleine Kinder zu ihm, damit er sie anrührte; aber die Jünger fuhren sie an. 14Als aber Jesus es sah, war er empört und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen; wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. 15Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein kleines Kind aufnimmt, der wird gewiss nicht hineinkommen. 16Und er nahm sie auf seine Arme und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Reichtum und der Eingang in das Reich Gottes

17Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, dass ich ewiges Leben erbe? 18Und Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer einem – Gott. 19Die Gebote kennst du: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, du sollst nicht betrügen; ehre deinen Vater und deine Mutter. 20Und er sagte zu ihm: Lehrer, dies alles habe ich gehalten seit meiner Jugend. 21Und Jesus sah ihn an, liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir; geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir. 22Er aber wurde traurig über dieses Wort und ging betrübt davon, denn er hatte viele Güter. 23Und Jesus sieht um sich und spricht zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes kommen! 24Und die Jünger wunderten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wieder und sprach zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes hineinzukommen! 25Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. 26Sie erstaunten aber noch viel mehr und sagten zueinander: Wer kann dann gerettet werden? 27Jesus aber sieht sie an und spricht: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.

Vom Lohn der Nachfolge

28(Da) fing Petrus an und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. 29Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es gibt niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinetwillen und um des Evangeliums willen, 30der nicht hundertfältig empfängt, jetzt in dieser Zeit, Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mit Verfolgungen und im kommenden Zeitalter ewiges Leben. 31Aber viele Erste werden Letzte sein, und Letzte werden Erste sein.

Dritte Ankündigung von Leiden, Tod und Auferstehung

32Nun waren sie auf dem Weg und gingen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran; und sie wunderten sich, und die ihm nachfolgten, fürchteten sich. Und er nahm wieder die Zwölf zu sich und begann ihnen zu sagen, was ihm widerfahren sollte: 33Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohepriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert werden; und sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Nationen ausliefern; 34und sie werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten; und nach drei Tagen wird er auferstehen.

Wahre Größe im Reich Gottes

35Und Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, kommen zu ihm und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen, dass du uns tust, worum wir dich bitten werden. 36Und er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? 37Sie sagten zu ihm: Gib uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit. 38Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39Und sie sagten zu ihm: Wir können es. Und Jesus sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden; 40aber das Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu geben steht nicht bei mir, sondern (wird denen zuteil), welchen es bereitet ist. 41Und als die Zehn es hörten, begannen sie sich zu empören über Jakobus und Johannes. 42Und Jesus ruft sie zu sich und spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass die, welche sich anmaßen, über die Nationen zu regieren, sie beherrschen, und ihre Großen über sie Macht ausüben. 43So aber ist es nicht unter euch; sondern wer unter euch groß werden will, der soll euer Diener sein, 44und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Sklave sein. 45Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Heilung eines Blinden vor Jericho

46Und sie kommen nach Jericho. Und als er aus Jericho hinausging und seine Jünger und eine große Menge, saß ein blinder Bettler am Weg, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47Und als er hörte, dass es Jesus der Nazarener war, fing er an zu schreien und zu sagen: Du Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner! 48Und viele geboten ihm, dass er schweigen solle; er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 49Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn! Und sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Fasse Mut! Steh auf, er ruft dich! 50Und er warf sein Gewand von sich, sprang auf und kam zu Jesus. 51Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, dass ich dir tun soll? Und der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich wieder sehen kann! 52Jesus aber sprach zu ihm: Gehe hin, dein Glaube hat dich geheilt. Und sogleich konnte er wieder sehen und folgte ihm nach auf dem Weg.