Markus 9

810

Das Seelenleben retten oder verlieren

1Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, es sind einige unter denen, die hier stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes in Kraft kommen sehen.

Die Verklärung Jesu

2Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus und Johannes mit sich und führt sie auf einen hohen Berg, nur sie allein. Und er wurde vor ihnen umgestaltet; 3und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß, so wie sie kein Walker auf Erden weiß machen kann. 4Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus. 5Und Petrus nahm das Wort und sagte zu Jesus: Rabbi, hier ist für uns gut sein. Lass uns doch drei Zelte machen, dir eines, Mose eines und Elia eines. 6Er wusste nämlich nicht, was er antworten sollte, denn sie gerieten in große Furcht. 7Und es kam eine Wolke, die sie überschattete, und eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn. Hört ihn! 8Und plötzlich, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein. 9Und als sie von dem Berg herabgingen, gebot er ihnen, dass sie niemand erzählen sollten, was sie gesehen hatten, bis der Sohn des Menschen von den Toten auferstanden sei. 10Und sie behielten die Sache für sich und besprachen untereinander, was das sei: von den Toten auferstehen. 11Und sie fragten ihn und sprachen: Die Schriftgelehrten sagen (doch), zuvor müsse Elia kommen? 12Und er sprach zu ihnen: In der Tat kommt zuvor Elia und stellt alles wieder her. Und wie steht von dem Sohn des Menschen geschrieben? Dass er viel leiden und sehr verachtet werden soll. 13Aber ich sage euch: Elia ist ja gekommen, und sie haben (mit) ihm getan, was sie wollten, wie von ihm geschrieben steht.

Heilung eines besessenen Kindes

14Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Volksmenge um sie her und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen stritten. 15Und gleich als das ganze Volk ihn sah, wunderten sie sich sehr, liefen zu ihm und begrüßten ihn. 16Und er fragte sie: Worüber streitet ihr mit ihnen? 17Und einer aus dem Volk antwortete ihm: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat; 18und wo er ihn auch angreift, wirft er ihn nieder, und er schäumt und knirscht mit den Zähnen; und er magert ab. Und ich sagte deinen Jüngern, dass sie ihn austreiben sollten, und sie konnten es nicht. 19Und er antwortete ihnen und sagte: O ungläubige Generation! Wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn zu mir. 20Und sie brachten ihn zu ihm. Und als der Geist ihn sah, riss er ihn sogleich sehr, und er fiel auf die Erde, wälzte sich und schäumte. 21Und (Jesus) fragte seinen Vater: Wie lange ist es her, dass ihm das geschieht? Und er sagte: Von Kind auf; 22und oft hat er ihn ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns! 23Und Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt. 24Sogleich schrie der Vater des Kindes und sagte: Ich glaube! Hilf meinem Unglauben! 25Und als Jesus sah, dass eine Volksmenge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sagte zu ihm: Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir, komm aus ihm heraus und fahre nicht mehr in ihn. 26Und er schrie und riss ihn sehr und kam heraus; und er wurde wie tot, so dass viele sagten: Er ist gestorben. 27Jesus aber fasste ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. 28Und als er in ein Haus eingekehrt war, fragten ihn seine Jünger allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 29Und er sagte: Diese Art kann durch nichts ausfahren als nur durch Gebet.

Zweite Ankündigung von Leiden, Tod und Auferstehung

30Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa; und er wollte nicht, dass jemand es erfuhr; 31denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; und wenn er getötet ist, wird er nach drei Tagen auferstehen. 32Sie aber verstanden nicht, was er sagte, und fürchteten sich, ihn zu fragen.

Rangstreit unter den Jüngern

33Und sie kamen nach Kapernaum. Und als er im Haus war, fragte er sie: Was habt ihr auf dem Weg besprochen? 34Und sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander verhandelt, wer der Größte sei. 35Und er setzte sich, rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein. 36Und er nahm ein kleines Kind und stellte es in ihre Mitte; und er nahm es in seine Arme und sprach zu ihnen: 37Wer eines von solchen kleinen Kindern aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. 38Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben; und wir verboten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt. 39Jesus aber sagte: Ihr sollt es ihm nicht verbieten; denn es gibt niemanden, der eine Machttat in meinem Namen vollbringt und bald darauf schlecht von mir reden kann. 40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Denn wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt in (meinem) Namen, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Er wird seine Belohnung gewiss nicht verlieren.

Warnung vor Anstößen

42Und wer einem dieser Kleinen, die glauben, Anstoß bereitet, dem wäre es besser, dass ihm ein schwerer Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde. 43Und wenn deine Hand dir Anstoß bereitet, so haue sie ab; es ist besser für dich, dass du als Krüppel in das Leben eingehst, als dass du zwei Hände hast und in die Gehennaa kommst, in das unauslöschliche Feuer, 44[wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.] 45Und wenn dein Fuß dir Anstoß bereitet, so haue ihn ab; es ist besser für dich, dass du lahm in das Leben eingehst, als dass du mit zwei Füßen in die Gehenna fn:geh geworfen wirst, 46[wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.] 47Und wenn dein Auge dir Anstoß bereitet, so wirf es fort; es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als dass du mit zwei Augen in die Gehenna fn:geh geworfen wirst, 48wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. 49Denn jeder muss mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird.b 50Das Salz ist gut; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst, und haltet Frieden untereinander.

Fußnoten

  • a9,43vgl. Mt. 5:22 fn:geh
  • b9,49Andere Handschr. lassen den zweiten Teil des Verses weg.