Psalmen 18

1719

David, ein Mann des Gebets – ein Bild auf Christus (Psalmen 17-18)

1Von David, dem Knecht des HERRN, der zum HERRN die Worte dieses Liedes redete, als ihn der HERR errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls. Dem Chorleiter. 2Und er sprach: Herzlich lieb habe ich dich, o HERR, meine Stärke! 3O HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich vertrauea, mein Schild und das Horn meines Heils und mein hoher Turmb! 4Ich rufe den HERRN an, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen Feinden errettet. 5Es umfingen mich Stricke des Todes und die Fluten des Verderbensc erschreckten mich. 6Die Fesseln des Totenreichs umfingen mich und die Stricke des Todes standen mir entgegen. 7In meiner Bedrängnis rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren. 8Die Erde bebte und wankte und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. 9Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrendes Feuer aus seinem Mund, glühende Kohlen brannten aus ihm. 10Er neigte den Himmel und fuhr herab und Dunkel war unter seinen Füßen. 11Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes. 12Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt; in schwarzen, dicken Wolken war er verborgen. 13Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. 14Der HERR donnerte im Himmel und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen. 15Er schoss seine Pfeile und streute sie aus, sandte Blitze in Menge und jagte sie dahin. 16Da sah man die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund wurde aufgedeckt vor deinem Schelten, o HERR, vor dem Odem und Schnauben deiner Nase. 17Er griff aus der Höhe und fasste mich und zog mich aus großen Wassern. 18Er errettete mich von meinem starken Feind, von meinen Hassern, die stärker waren als ich; 19sie standen mir entgegen zur Zeit meines Unglücks, aber der HERR wurde meine Zuversicht. 20Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, weil er Wohlgefallen an mir hatte. 21Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände. 22Denn ich habe die Wege des HERRN gewahrt und bin nicht gottlos gegen meinen Gott. 23Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen und seine Gebote werfe ich nicht von mir, 24sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Schuld. 25Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 26Gegen den Barmherzigen verhältst du dich barmherzig, gegen den vollkommenen Mann vollkommen. 27Gegen die Reinen zeigst du dich rein, gegen die Verkehrten aber verkehrt. 28Denn du rettest das elende Volk, aber stolze Augen erniedrigst du. 29Ja, du machst meine Leuchte hell; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht. 30Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen. 31Gottes Weg ist vollkommen, die Worte des HERRN sind durchläutert. Er ist allen ein Schild, die ihm vertrauend. 32Denn wer ist Gott, wenn nicht der HERR, oder ein Fels, wenn nicht unser Gott? 33Gott rüstet mich mit Kraft und macht meinen Weg vollkommen. 34Er macht meine Füße den Hirschen gleich und stellt mich auf meine Höhen. 35Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm den bronzenen Bogen spannen. 36Du gibst mir den Schild deiner Errettung und deine Rechte stärkt mich und deine Herabneigung macht mich groß. 37Du gibst meinen Schritten weiten Raum, dass meine Knöchel nicht wanken. 38Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie vertilgt habe. 39Ich will sie zerschmettern, dass sie nicht mehr aufstehen können; sie müssen unter meine Füße fallen. 40Du umgürtest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben. 41Du treibst meine Feinde in die Flucht, dass ich vernichte, die mich hassen. 42Sie rufen – aber da ist kein Retter – zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht. 43Ich will sie zerstoßen zu Staub vor dem Wind, ich werfe sie weg wie Unrat auf die Gassen. 44Du befreist mich aus dem Streit des Volkes und setzt mich zum Haupt über die Nationen; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. 45Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; Söhne der Fremde müssen mir huldigen. 46Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen. 47Der HERR lebt! Gelobt sei mein Fels! Der Gott meiner Errettung sei hoch erhoben, 48der Gott, der mir Vergeltung schafft und die Völker unter mich zwingt, 49der mich errettet von meinen Feinden. Du erhöhst mich über die, die sich gegen mich erheben; du befreist mich von dem Menschen der Gewalttat. 50Darum will ich dir danken, o HERR, unter den Nationen und deinem Namen lobsingen, 51der seinem König große Errettungen gibt und Güte erweist seinem Gesalbten, David, und seinem Samen ewiglich.

Fußnoten

  • a18,3o. bei dem ich mich berge
  • b18,3o. Zuflucht; siehe Spr. 18:10
  • c18,5o. Fluten Belials
  • d18,31o. sich bei ihm bergen