Schaubrote · Woche vom 6. Oktober

Der Herr schreibt sein Gesetz in unseren Sinn und unser Herz

Der Herr schreibt sein Gesetz in unseren Sinn und unser Herz

Denn das ist der Bund, den ich machen will mit dem Haus Israel nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn geben und auf ihre Herzen will ich sie schreiben und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

— Hebräer 8:10

Im neuen Bund ist das Gesetz nicht abgeschafft. Der Herr schreibt seine Gesetze nicht mehr äußerlich auf steinerne Tafeln, sondern in unseren Sinn und auf unser Herz. Das Gesetz der Priesterschaft Aarons war ein „Gesetz eines fleischlichen Gebotes“; Christus dagegen ist Priester „nach der Kraft eines unauflöslichen Lebens“ (Hebr. 7:16). Das ist der Weg des neuen Bundes: nicht eine äußere Forderung, sondern das Wirken seines Lebens durch den Geist in uns.

Was der Herr immer wieder in uns hineinschreibt, wird schließlich Teil unseres Lebens. Wie bei unserer täglichen Arbeit vieles selbstverständlich wird, weil wir es über Jahre gelernt und eingeübt haben, so möchte der Herr auch seinen Priesterdienst in uns hineinschreiben.

Dabei ist die Reihenfolge in Hebr. 8 wichtig: Zuerst schreibt der Herr seine Gesetze in unseren Sinn und auf unser Herz (V. 10), danach heißt es: „Sie werden mich alle kennen“ (V. 11). Wenn sein Wort lebendig in uns wohnt, lernen wir den Herrn selbst kennen.

Dafür müssen wir lernen, über unseren Denksinn zu herrschen und ihn mit dem Wort des Herrn zu füllen. Unsere Gedanken und Herzen laufen schnell davon zu Nichtigkeiten, Unreinem und den Dingen dieser Welt. Auch der Feind möchte seine Dinge dauerhaft in uns hineinschreiben. Sobald unser Sinn davonläuft, wollen wir uns deshalb zum Herrn wenden und ihn wieder auf sein Wort richten. Es ist eine Sache des Lebens, aber auch unsere Verantwortung.

Gleichzeitig brauchen wir ein weiches, fleischernes Herz. Durch Welt und Sünde kann unser Herz schnell hart werden. Wenn wir das Wort lesen und es nicht mehr zu uns spricht, müssen wir Buße tun und uns neu wenden zum Herrn. Dann wird unser Herz wieder weich und sein Wort kann tiefer in uns hineingeschrieben werden.

Was der Herr in uns hineingeschrieben hat, wird durch den Glauben zu unserer Wirklichkeit. Dann sind seine Gebote nicht mehr nur äußere Forderungen, sondern werden zu unserem Leben und Wandel. Ob wir das Evangelium bezeugen, den Geschwistern dienen oder ganz praktische Aufgaben im Haus Gottes übernehmen – wir tun es nicht nur, weil wir wissen, dass wir es tun sollen, sondern weil sein Gesetz in uns lebt. Der Herr hat es in unser Herz geschrieben und seine Salbung wirkt in uns.

Dasselbe Wort erscheint nochmals in Heb. 10:16 – gerade im Zusammenhang mit Christus als der Wirklichkeit der Opfer: „Ich will meine Gesetze in ihre Herzen geben und in ihren Sinn will ich sie schreiben.“ Die Gesetze über Christus als unser Opfer sollen auch in uns hineingeschrieben werden. Wenn Gottes Wort reichlich in uns wohnt, bringt es auch geistliche Opfer und einen lebendigen Priesterdienst hervor.

Herr, bewahre unseren Sinn, mache unser Herz weich und schreibe dein Gesetz immer tiefer in uns hinein.

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