Jesaja 6

57

Die himmlische Vision Jesajas

1Im Todesjahre des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Throne, und seine Säume füllten den Tempel. 2Seraphim standen oben über ihm, ein jeder von ihnen hatte sechs Flügel; mit zweien deckten sie ihre Angesichter, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit. 4Da erbebten die Grundfesten der Schwellen von der Stimme des Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt. 5Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das auch unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen! 6Da flog einer der Seraphim zu mir, der hatte eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit der Zange vom Altar genommen; 7und er berührte meinen Mund (damit) und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt! 8Und ich hörte die Stimme des Herrn fragen: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich! 9Und er sprach: Geh und sprich zu diesem Volk: Ihr hört und hört und versteht nicht, ihr seht und seht und nehmt nichts wahr! 10Denn das Herz dieses Volkes ist fett geworden und sie hören schwer mit den Ohren, und ihre Augen haben sie verschlossen, damit sie nicht mit ihren Augen sehen und mit ihren Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und umkehren und ich sie heile.a 11Und ich fragte: Wie lange, Herr? Er antwortete: Bis die Städte verwüstet liegen, so dass niemand mehr darin wohnt, und die Häuser menschenleer sein werden und das Land zur Einöde verwüstet ist; 12und bis der HERR die Menschen weit weggeführt hat und die Verlassenheit inmitten des Landes groß sein wird. 13Und bleibt noch ein Zehntel darin, so wird auch dieses vertilgt. Aber wie die Terebinthe und die Eiche beim Fällen doch noch ihren Stumpf behalten, so bleibt ein heiliger Same als Stumpf.

Footnotes

  • a6,10nach Septuaginta (vgl. Apg. 28:27)